1899: „Befreit“ zum Auftakt nach Leverkusen

Der frühe K.o. im DFB-Pokal hat Markus Gisdol die gute Laune vor dem Saisonstart in der Fußball-Bundesliga nicht verderben können. „Das Pokal-Aus nimmt uns sicher nicht die Vorfreude auf die Bundesliga. Wir freuen uns, dass es wieder losgeht. Wir alle lieben Fußball“, sagte Gisdol 48 Stunden vor dem Auftaktspiel bei Bayer Leverkusen an diesem Samstag (15.30 Uhr). Die Niederlage bei den zweitklassigen Münchner „Löwen“ ist abgehakt, der Blick geht erwartungsfroh nach vorn. „Die Mannschaft hat sich sehr gut gefunden, die Stimmung ist gut“, versicherte Gisdol. „Wir sind dabei, uns zu einem richtig guten Team zu formen.“

Diesen Nachweis muss seine junge Truppe aber erst noch erbringen.
Kein leichtes Unterfangen, hat es der Auftakt doch so richtig in sich. „Erst Leverkusen auswärts, dann die Bayern zu Hause: Das ist ein Hammerprogramm“, erklärte Profichef Alexander Rosen. Doch Bange
machen gilt nicht: „Wir werden alles daran setzen, dass uns eine
Überraschung gelingt.“ Ähnlich sieht es Kapitän Pirmin Schwegler. „Wir freuen uns auf den schweren Auftakt. Das ist keine Last, sondern Lust, die wir verspüren“, betonte der Schweizer. Nach dem Abgang gestandener Profis wie Kapitän Andreas Beck oder Torjäger Roberto Firmino, der für 41
Millionen Euro zum FC Liverpool wechselte, knirscht es allerdings
noch im System. „Es gab einen Umbruch im Team. Das ist eine schöne
Herausforderung, aber es braucht Zeit. Wir wollen uns schnell finden“, sagte Schwegler.

Neu im Kraichgau sind Jonathan Schmid (SC Freiburg), Pavel Kaderabek
(Sparta Prag), der Brasilianer Joelinton (Sport Recife), Fabian Schär (FC Basel) und Mark Uth (SC Heerenveen). Letztere beiden waren zuletzt angeschlagen, dürften aber im Kader stehen. „Schär hatte eine schwere Prellung, trainiert aber wieder mit dem Team. Es ist realistisch, dass er wieder spielen kann. Bei Uth hat es länger gedauert, aber bei ihm ist die Situation ähnlich. Vielleicht ist er am Samstag dabei“, sagte Gisdol am Donnerstag. Offen ließ er, ob Stürmer Kevin Kuranyi von Beginn an spielt. „Er macht sich gut, fällt positiv auf. Ob er in der Startelf steht, kann ich aber nicht sagen.“

Unabhängig vom Personal sieht Gisdol sein Team in Leverkusen in der
Außenseiterrolle. „Bayer hat eine großartige Mannschaft, die mit viel Risiko, aber attraktiv spielt. Die Defensive hat nach einigen Abgängen etwas gelitten, die Offensive ist aber allererste Sahne“, befand Gisdol. Dennoch glaubt er an eine Chance. „Jeder rechnet damit, dass Leverkusen stärker ist. Wir können befreit aufspielen.“ (dpa)