1899 – Bremen: Torfestival in Sinsheim

Acht Tore, drei Elfmeter:  Auch ohne Sieger war ein Bundesligaspiel mit Hoffenheimer Beteiligung mal wieder höchst unterhaltsam. Beim 4:4 (2:2) gegen Werder Bremen ging die TSG zweimal mit zwei Toren in Vorsprung, aber immer  kam Werder zurück.

Hoffenheims Trainer Markus Gisdol nahm nach Pleite in Augsburg drei personelle Änderungen vor: Rudy, Herdling und Schipplock kamen für Strobl, Johnson undModeste. Die Partie nahm sofort an Fahrt auf, vor allem die Kraichgauer  gaben den Ton an. 5. Minute: Roberto Firmino taucht frei vor Wolf auf, doch der Torwart rettet. Kurz darauf tanzt Schipplock zwei Bremer aus, zielt aber aus 13 Metern am Kasten vorbei (9.). Werder  unter Druck: Nach einer Ecke rettet Wolf gegen Vollands Schuss aus nächster Nähe, daraufhin dreht sich Volland in einen Zweikampf mit Garcia hinein und fällt –  Schiedsrichter Wolfang Stark entscheidet auf Elfmeter. Salihovic tritt an und verwandelt sicher – nach 12 Minuten steht es 1:0 für die Gastgeber. Die auch für den nächsten Aufreger sorgen:  Polanski und Makiadi wollen einen Ball im Strafraum ersprinten. Nach einem leichten Kontakt geht Polanski zu Boden. Stark zeigte erneut auf den Punkt (17.). Wieder gibt sich Salihovic die Ehre – das 2:0 nach 18 Minuten, ein Start nach Mass.

Auch in der Folge ist die TSG die bessere Mannschaft, nutzt aber ihre Chancen nicht.  Erst kurz vor der Halbzeit geben die Gäste ein Lebenszeichen ab:  Schipplock blockt einen Hunt-Freistoß im eigenen Strafraum mit dem Arm – der dritte Strafstoß an diesem Nachmittag zu Sinsheim.  Hunt trifft, nur noch 2:1, gespielt sind 45 Minuten. Aber Pause ist noch nicht. Eine Minute später wird Hunt an die Grundlinie geschickt. Seine Flanke rutscht Torwart Casteels durch die Beine,  Elia hat freie Bahn h und noch vor der Halbzeit ist Bremen zurück in der Partie – 2:2.

Nach der Pause verhilft  Dutt Petersen zu seinem Comeback und schickt den Torjäger für Elia aufs Feld. Auf dem Rasen stürmte aber erstmal 1899. Salihovic flankt an die Fünfmetergrenze, wo Volland seinen Bewachern enteilt und zum 3:2 einköpft (49.). Und weiter gehts:  Herdling hat  Platz, drängt in Richtung Strafraum und knallt die Kugel aus 18 Metern halblinker Position in den rechten Winkel – 4:2 , nach 53. Minuten hat Hoffenheim wieder zwei Tore Vorsprung.  Doch Bremen steckt nicht auf: Als Hoffenheim einen hohen Ball im eigenen Strafraum nicht klären kann, schaltet Petersen am schnellsten und schickte Fritz an die Grundlinie. Der Kapitän legt zurück zu Petersen, der an der Fünfmetergrenze zum 3:4 einschiebt – nach 59 Minuten ist wieder alles offen.

Doch die Partie verflacht, Hoffenheim nun vorsichtiger. Erst in der Schlussphase zieht das Tempo nochmal an. In der Nachspielzeit wird das Bremner Aufbäumen schließlich belohnt. Ecke Werder – und Petersen lenkt die Kugel zu Bargfrede. Der Joker fackelt nicht lange , aus 14 Metern trifft er zum 4:4-Endstand. Kommentar des frustrierten Markus Gisdol: „Wir haben die Scheiße am Fuß!“ (wg)