Hoffenheim – Freiburg: Turbulentes 3:3

Sinsheim.  Sechs Tore, Vollgasfußball, zwei rote Karten, eine gelb-rote Karte und ein auf die Tribüne verbannter Trainer – das 3:3 (2:2) zwischen der TSG 1899 Hoffenheim und dem SC Freiburg war das bislang turbulenteste Spiel der Bundesliga-Saison.

Beide Teams gingen offensiv in der badische Derby. Nach einem Foul im Strafraum an Kevin Volland nahm Sejad Salihovic Anlauf zum Elfmeter und traf zur frühen Hoffenheimer Führung (8.)  Doch anstatt mit den Kollegen zu jubeln, schnappte sich „Sali“ den Ball und geriet in einen Tumult mit einigen Freiburgern . Es war eine unübersichtliche Situation – und dann zeigte Schiedsrichter Tobias Stieler dem Torschützen die Rote Karte.

Die Fernsehbilder bewiesen:  Salihovic hatte den Freiburger Schuster geohrfeigt. Eine klassische „Watschn“. Stieler hatte es gesehen. Er konnte gar nicht anders als den Mittelfeldspieler vom Platz zu stellen.

Die Führung der TSG hielt nicht lange: Sorg glich in der 13. Minute aus.  Danach brachte Volland die Hoffenheimer wieder in Führung (25. Minute), was Karim Guédé vier Minuten später aber erneut egalisierte – 2.2. m

Kurz vor der Pause stand dann wieder der Schiedsrichter im Mittelpunkt. Freiburgs Francis Coquelin sah Gelb-Rot nach zwei Fouls an Kevin Volland innerhalb weniger Sekunden. Das Problem: Das zweite Foul war eigentlich keins. Nur in den Augen des Schiedsrichters. Was Freiburgs Trainer Christian Streich so aufregte, dass er sich gar nicht mehr ein kriegte.  Stieler schickte den aufgebrachten Coach auf die Tribüne. „Einen Spieler, der fair den Ball erobert, vom Platz zu stellen und mich dann auf die Tribüne zu schicken, weil ich die Coachingzone verlassen habe, ist Wahnsinn“, konnte sich Streich auch weit nach Schlußpfiff noch immer nicht beruhigen.

Die zweite Halbzeit war nicht ganz so spektakulär. Sebastian Freis brachte die Freiburger 3:2 in Führung (65.), Tobias Strobl glich mit einem satten Distanzschuss zum 3:3-Endstand aus (77.). Den Schlusspunkt setzte – Stieler.  In der Nachspielzeit zog er zum dritten Mal die Rote Karte. Diesmal traf es den eingewechselten Freiburger Admir Mehmedi – er hatte dem Linienrichter den Vogel gezeigt. (wg)