1899-Leverkusen: Phantomtor in Sinsheim

Die 70. Minute im Duell Hoffenheim gegen Leverkusen: Der Kopfball von Stefan Kießling geht knapp am Tor vorbei.  Schiedsrichter Felix Brych aber entscheidet auf Tor. Denn der Ball rutscht durch ein Loch in den Maschen ins Netz des Hoffenheimer Kastens.  Leverkusen siegt 2:1 –  die Bundesliga hat einen handfesten Torskandal.  Die TSG wird Protest einlegen.

Doch von Anfang an: Die Anfangsphase gehörte den Gastgebern,  unter den Augen von Bundestrainer Jogi Löw war Hoffenheim von Beginn an bemüht, Druck auszuüben.  Die Chancen allerdings blieben ungenutzt. Besser machte es Leverkusens Sam in der 27. Minute: Hoffenheims Innenverteidiger Niklas Süle und Torwart Casteels sind chancenlos gegen den Nationalspieler – 0:1. Sekunden später wurde es bunt vor dem Leverkusener Tor:  Zunächst verpasste Firmino den Ausgleich, dann schoss Modeste aus knapp zwei Metern Leno an. Die „Krönung“: Einen Treffer von Kevin Volland in der 36. Minute ließ Schiedsrichter Brych wegen vermeintlicher Abseitsstellung von Firmino nicht gelten.

Auch nach der Pause Hoffenheim lebendiger, Leverkusen konzentrierte sich darauf, das Pressing der Gastgeber zu unterbinden. Das Spiel verflachte. Dann trat wieder Schiedsrichter Brych auf den Plan: Mit der zweiten krassen Fehlentscheidung des Abends sorgte er für den großen Aufreger. Und obwohl das Loch im Netz schnell gefunden war, blieb Brych bei seinem Entschluss – Hoffenheim tobte.

Wenig später zeigte Brych auf den Elfmeterpunkt – nach einem intensiven Zweikampf zwischen Roberto Hilbert und Firmino. Der Gefoulte trat selbst an, scheiterte aber erst an Leno und dann am Pfosten; beim anschließenden Tohuwabohu im Strafraum rettete der Pfosten nochmal für Leverkusen.  Hoffenheim bewies aber trotz allem weiterhin Moral, Schipplock gelang in der 88. Minute der Anschlusstreffer zum 1:2, Kopfballtor aus spitzem Winkel.

Das Ergebnis werden die Kraichgauer nicht akzeptieren: 1899 werde „definitiv“ Protest gegen das Spiel einlegen, sagte der Leiter des Profifußballbereich, Alexander Rosen: „Es ist skandalös. Es gibt keine zwei Meinungen über diese Szene.“  (wg)