1899: Sieg auf Schalke und Viertelfinale

Gelsenkirchen (dpa) – Die Torfabrik von 1899 Hoffenheim hat nun
auch im DFB-Pokal die Produktion aufgenommen und das erste Saisonziel
des FC Schalke 04 zerstört. Durch ein überraschendes 3:1 (3:0) bei
den Königsblauen zog der Fußball-Bundesligist aus dem Kraichgau am
Dienstag zum sechsten Mal ins Viertelfinale des Wettbewerbs ein. Vor
51 078 Zuschauern machten Kai Herdling (21.), Kevin Volland (32.) und
Roberto Firmino (35.) den Pokal-Ambitionen der Gelsenkirchener schon
frühzeitig den Garaus. Lohn für die Schalker Bemühungen im zweiten
Durchgang war das Anschlusstor von Jefferson Farfan (67.), zu mehr
reichte es nicht für die Knappen, denen am kommenden Mittwoch gegen
den FC Basel auch in der Champions League das Aus droht.

„Wir haben eine erste Halbzeit abgeliefert, die völlig
indiskutabel war. Wir haben sehr viele individuelle Fehler gemacht
und müssen uns bei unseren Fans entschuldigen“, sagte Schalke-Trainer
Jens Keller im TV-Sender Sky. Sein Widerpart Markus Gisdol war
dagegen rundum zufrieden. „Wir haben heute schon viele Dinge besser
gemacht, das war der Schlüssel zum Erfolg“, erklärte der 1899-Trainer
mit Blick auf das 4:4-Torspektakel am Samstag gegen Werder Bremen.
Für Torhüter Jens Grahl war der Sieg auf Schalke „was ganz
Besonderes“.

Schalke startete mit exakt derselben Elf, die am Samstag den VfB
Stuttgart in der Bundesliga souverän mit 3:0 bezwungen hatte. Bei den
Hoffenheimern gab es nach der Torflut gegen Werder Bremen drei
Änderungen. Für den zuletzt schwächelnden Torhüter Koen Casteels
bekam verabredungsgemäß Grahl eine Chance zwischen den Pfosten. Zudem
rückten Jannik Vestergaard und Jeremy Toljan für David Abraham und
den angeschlagenen Sead Salihovic in die Abwehr.

Die Königsblauen, die beim 3:3 in Sinsheim vor einigen Wochen noch
eine Zwei-Tore-Führung verspielt hatten, übernahmen zu Beginn das
Kommando. Allerdings konnten sie sich zunächst keine große Chance
erspielen und wackelten in der Abwehr bei den schnellen Kontern der
Gäste bedenklich. Dennoch resultierte die 1899-Führung eigentlich
nicht aus einer echten Möglichkeit. Herdlings als Flanke gedachter
Schuss von der linken Seite segelte an Freund und Feind vorbei zum
überraschenden 1:0 ins Netz. Torhüter Ralf Fährmann schien von
Volland noch irritiert. Doch damit nicht genug. Elf Minuten später traf Volland nach einem
Ballverlust von Atsuto Uchida und einem Pass von Roberto Firmino
durch die Beine des Schalke-Keepers zum 2:0. Und auch der nächste
Konter saß, nachdem der am Samstag noch für seine starke Leistung
gefeierte Jermaine Jones einen Fehlpass produziert hatte: Diesmal
vollendete Roberto Firmino eiskalt. Schalke war völlig konsterniert.
Mit der Einwechslung von Youngster Max Meyer für Roman Neustädter
versuchte Schalke-Coach Keller mit Wiederbeginn die Offensive zu
beleben, doch zwingende Aktionen hatten in der nun härter werdenden
Partie weiterhin Seltenheitswert. Nach einer Rangelei mit Sven
Schipplock stieß Benedikt Höwedes seinen Gegenspieler vor die Brust,
der daraufhin spektakulär zu Boden ging (55.). Schiedsrichter Knut
Kircher beließ es bei Gelb für die beiden Streithähne.

Das mögliche Anschlusstor für die Knappen vereitelte Grahl, der in
der 64. Minute einen Schuss von Julian Draxler mit den Fingerspitzen
an den Pfosten lenkte. Drei Minuten später schlenzte Farfan den Ball
nach einer feinen Einzelleistung zum 1:3 in die lange Ecke. Dagegen
spielte 1899, das mit 32 Toren über den zweitstärksten Angriff der
Liga verfügt, nicht mehr mit letzter Konsequenz nach vorne.