1899: Ziel Champions League / Dietmar Hopp von Kölner „Schwachmaten“ beleidigt

Die TSG Hoffenheim hat die Europa League sicher – will sich an den Gedanken aber offenbar gar nicht erst gewöhnen. „Wir bleiben auf dem Gas!“, versicherte Sportdirektor Alexander Rosen nach dem 1:1 am Freitagabend beim 1.FC Köln und machte damit unmißverständlich klar: In der kommenden Spielzeit will 1899 Champions League spielen.

„Mit Gefühl. Hinein ins Vergnügen. Hinein ins Glück.“ So wurde der coole Demirbay-Flachschuss zu, 1:1-Ausgleich in Köln im Hoffenheimer Liveticker beschrieben. Ein Tor, das die Qualifikation für die Europa League bedeutet, egal, was noch passiert in den restlichen Saisonspielen. Doch ausflippen vor lauter Premieren-Freude wollte Cheftrainer Julian Nagelsmann deshalb noch lange nicht. „Zufrieden sind wir dann am 34. Spieltag“, ließ der 29-Jährige mit Blick auf das wissen, was ihm und den Verantwortlichen im Kraichgau logischerweise durch die Köpfe geht: Die Champions-League. Das machte 1899-Sportdirektor Alexander Rosen ultimativ klar: In den verbleibenden vier Spielen gegen Frankfurt, beim direkten Konkurrenten Borussia Dortmund, in Bremen und zum Abschluss am 20. Mai gegen Augsburg stehen die Zeichen auf Sieg. „Wir werden alles daran setzen, die jetzigen 55 Punkte zu maximieren.“

Unmittelbar nach dem Remis am Freitagabend vor 49 600 Zuschauern in der Müngersdorfer Arena hatte es indes nicht den Anschein, als ob die Hoffenheimer Profis das Ganze schon restlos begriffen hätten. Fast ein wenig teilnahmslos trabten sie in ihre Fankurve. Und als Keeper Oliver Baumann später sagte, klar, man freue sich, klang das eher halbherzig. Immerhin hielt Demirbay eines fest: „Wir haben heute Geschichte geschrieben. Aber wir können eine noch größere Geschichte schreiben.“

Für die negativen Begleiterscheinungen der spannenden Begegnung waren Teile der Kölner Ultra-Fans verantwortlich. Schmährufe und Plakate beleidigten Hoffenheim-Investor Dietmar Hopp zum wiederholten Mal dermaßen, dass sich FC-Präsident Werner Spinner entschuldigte. „Diese Beleidigungen sind inakzeptabel und sie spiegeln auch nicht die Werte wider, für die der 1. FC Köln steht“, sagte Spinner. Nagelsmann kommentierte später, die Beleidigungen seien „unterste Schublade“. Rosen meinte, es sei nicht zu fassen, „was für Schwachköpfe da einen Hass säen“. Die betroffenen Kölner Ultras wurden vom Hoffenheimer Sportchef als „Schwachmaten“ tituliert. (dpa/wg)

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