Adler Mannheim: 2:1-Sieg nach Verlängerung im ersten Final-Match gegen Ingolstadt

Adler Mannheim: 2:1-Sieg nach Verlängerung im ersten Final-Match gegen ERC Ingolstadt.

Ausgeglichener kann eine Play-Off-Finalserie im Eishockey kaum beginnen: Im ersten von maximal sieben Spielen der Mannheimer Adler gegen den ERC Ingolstadt gingen die Hausherren als Sieger vom Eis – allerdings erst in der Verlängerung. Nach 4:46 Minuten der Overtime schoss Ronny Arendt die Adler mit 2:1 in Front. „Jetzt hoffen wir, dass wir in Ingolstadt nachlegen können“, so der Torschütze direkt nach dem Spiel.

Im ersten Drittel spielten die Hausherren druckvoll und selbstbewusst. Mehrmals tauchten sie gefährlich vor dem Kasten von Timo Pielmeier auf, kamen aber nicht zum Torerfolg. Im Powerplay Mitte den ersten Spielabschnitts agierten sie äußerst sicher und schnell, mit direkten Pässen zauberten sie das Defensiv-Viereck der Ingolstädter auseinander – eigene Augenweide für die Zuschauer in der ausverkauften SAP-Arena. Die Fans – an diesem Abend eine 13.600 Mann und Frau starke „blaue Macht“ im Rücken der Adler: Im Einheitsdress gekleidet unterstützten sie ihr Home-Team.

Zu Beginn des zweiten Drittels gerieten die Adler zunächst durch zwei Strafzeiten (Hospelt, hoher Stock/Arendt, Beinstellen) erheblich unter Druck. Dank eines sicheren Dennis Endras im Tor überstand Mannheim die Unterzahl-Situationen schadlos und setzte in der Folge das Vollgas-Eishockey des ersten Drittels fort. Dann war es allerdings doch Petr Taticek, der den amtierenden Meister nach 28 Minuten in Führung brachte. Ein Schuss wie ein Strich von der rechten Seite in Höhe des Bully-Kreises landete im kurzen oberen Eck des Adler-Tores. Der Jubel der Gäste war indes noch nicht recht verhallt, da hatte Mannheim bereits eine Antwort parat. Nach der Vorarbeit von Jochen Hecht und Frank Mauer schaltete Christoph Ullmann schneller als die Verteidigung der Bayern und schob die Scheibe zum 1:1 ein. In der Schlussphase des zweiten Drittels nahm die Partie noch einmal an Körperlichkeit zu. Es wurde nicht unfair, aber hart gespielt. Das Spiel hatte da längst begeisternde Finalqualitäten. Schon kleinste Unachtsamkeiten in der Defensive führten auf beiden Seiten geradewegs zu guten Chancen für die gegnerischen Angreifer – denn die waren zu jeder Zeit voll konzentriert. Ende des zweiten Spielabschnitts dann die spiegelbildliche Situation wie zu Anfang des Drittels: Jetzt saß zwei Mal in kurzer Folge der Ingolstädter Petr Taticek in der Kühlbox. Mannheim kam in den Genuss eines doppelten Powerplays, ein Tor wollte aber nicht fallen. 1:1 also nach 40 Minuten.

Nervenaufreibende Partie steuert früh auf Overtime zu

Auch im dritten Drittel Mannheim zunächst im Powerplay-Modus. Taticek brummte seine dritte Mal Strafzeit ab, bekam dann auch noch von Schopper Gesellschaft, doch konnten die Adler aus der 5:3-Überzahl keinen Profit ziehen. Zu ungenau das Zusammenspiel der Adler, zu ideenlos gingen sie gegen das Dreieck des ERC Ingolstadt zu Werke. Die Fans ließen die Arena beben, doch schien die Luft auf dem Eis vorübergehend raus zu sein. Während einer Strafzeit ihres Verteidigers Steven Wagner blieben die Adler aber hellwach, Ingolstadt kam in zwei Minuten zu keiner zwingenden Chance vor dem Tor der Gastgeber. Eine Großchance der Adler, herausgespielt von Glen Metropolit und Ronny Arendt, wenige Minuten später ließ den Zuschauern kurzzeitig den Atem stocken – doch es blieb nach wie vor beim Gleichstand. Sieben, acht Minuten vor dem Ende wechselten beide Teams bereits in den Overtime-Modus. Statt eines kompromisslosen Spiels nach vorne stand jetzt Fehlervermeidung im Fokus – ein Ausdruck des gegenseitigen Respekts. Denn es war klar: Jeder Lapsus könnte nun zum wahrscheinlich entscheidenden Gegentreffer und damit zur ersten Niederlage dieser Finalserie führen. Ein Tor fiel in der regulären Spielzeit nicht mehr.

Die Partie ging in die Verlängerung, und da war Mannheim zunächst wieder im Vorteil: Mit der Schlusssirene hatte sich Ingolstadts Jeffrey Szwez noch eine Strafzeit eingefangen – die Adler also zum Beginn der Overtime in Überzahl. Diese zwei Minuten ließen die Adler jedoch ungenutzt verstreichen. Trotzdem behielten die Adler die Nerven. Nach 4:46 Minuten beendete Ronny Arendt das Spiel mit einem Rückhandschuss vom Bully weg. Die Scheibe rutschte Ingolstadts Torhüter Timo Pielmeier unglücklich über den Handschuh – die Adler damit mit einem ersten Vorteil in dieser Finalserie. (rk)

Die Höhepunkte des Spiels zeigen wir morgen in einem RNF Sport Extra. Die Sendezeiten:

1. Spiel Adler Mannheim – ERC Ingolstadt
Samstag, 11.04.2015 um 17:00 / 19:30 / 23:30 und 00:30 Uhr