Adler Mannheim: 6:2-Auswärtssieg in Ingolstadt – alles wieder offen

Die Mannheimer Adler sind zurück: Mit einem überzeugenden 6:2 (2:1, 2:1, 2:0)-Auswärtssieg in Ingolstadt glichen sie zu einem 2:2 in der Finalserie um die Deutsche Meisterschaft aus und machten damit auch das 1:6-Heimdebakel vom Dienstag wett. Am Sonntag um 14:30 Uhr haben die Mannheimer in der heimischen SAP-Arena die Chance, den dritten von vier notwendigen Siegen auf dem Weg zum Titel einzufahren.

Im ersten Spielabschnitt Mannheim mit einem Traumstart: Gerade einmal 3:37 Minuten waren von der Uhr heruntergelaufen, als Martin Buchwieser den Puck im Kasten von Timo Pielmeier versenkte. Ein Schuss von rechts, aus dem Handgelenk, gleichermaßen schnörkel- wie kompromisslos. Buchwieser, für Glen Metropolit ins Team gerückt, hatte die ihm von Geoff Ward zugedachte Rolle da bereits erfüllt. Die Adler schöpften Selbstvertrauen aus diesem Treffer und bestimmten das Spiel. Den Gegentreffer von Alexandre Picard in der siebten Minute parierte Kurtis Foster drei Minuten später. Wieder ein Schuss aus der Distanz, wieder passte die Scheibe genau in den Winkel – 2:1 für die Adler.

Wenig mehr als vier Minuten waren im zweiten Drittel gespielt, als Mannheim auf 3:1 erhöhte. Robert Raymond hatte abgezogen, wieder ein Schuss in den Winkel. Pielmeier hatte freie Sicht auf die Szene, war mit seinem Fanghandschuh aber doch einen Wimpernschlag zu spät. In der achten Minute nutzte Ingolstadt ein Powerplay – Jonathan Rheault saß für die Adler auf der Strafbank – und verkürzte auf 3:2. Die Adler blieben aber am Drücker. In der Schlussphase des Drittels die vielleicht vorentscheidenden Szenen: Vier Minuten vor der Pause rettete Dennis Endras mit einer Glanzparade gegen einen überraschenden Schuss von Brendon Brooks den knappen Vorsprung, und nahezu im Gegenzug tankte sich Christoph Ullmann durch die Ingolstädter Verteidigung, um den Puck zum 4:2 zu versenken. Dabei nutzte er klug eine sich bietende Lücke, nachdem Brocklehurst seinen Schläger verloren hatte.

„Wir arbeiten besser füreinander, suchen freie Positionen, um den Pass spielen zu können. In den letzten Spielen haben wir die Scheibe häufig weggechippt. Wir haben heute eine bessere Pucksicherheit“, analysierte Mannheims Jochen Hecht in der Drittelpause für den Sender „Servus TV“ die Unterschiede zur 1:6-Pleite aus der Partie zuvor.

Die wieder erlangte Qualität retteten die Adler auch ins dritte Drittel. Bereits wenige Sekunden nach dem ersten Bully setzten sie den ERC Ingolstadt mächtig unter Druck. Christoph Ullmann jubelte bereits – aber der Videobeweis zeigte, dass die Scheibe auf ihrem Weg vom einen Innenpfosten zum anderen und wieder aus dem Tor hinaus die Linie nicht überquert hatte. Vier Minuten später klappte es dann aber: Frank Mauer löffelte die Scheibe ins Ingolstädter Netz – 5:2. Die etwa 250 Mannheimer Fans, die die Ingolstädter Saturn Arena stimmungsmäßig bereits übernommen hatten, jetzt in unbändigem Jubel; ebenso die gut 6.400 Fans beim Public Viewing in der Mannheimer SAP-Arena. Spätestens jetzt war die erfolgreiche Revanche für die Heimpleite zum Greifen nahe. Schrecksekunde in der Hälfte des letzten Spielabschnitts: Frank Mauer, eben noch der Torschütze, schied verletzt aus. Bei einem Zweikampf an der Bande hatte er sich böse das linke Knie verdreht, konnte nicht mehr auftreten. Wie es noch während des Spiels hieß, soll sich Mauer einen Bruch zugezogen haben – eine Bestätigung dieser Meldung stand kurz nach dem Match noch aus.

Eine Minute vor Spielende nahm Ingolstadt den Torhüter zugunsten eines sechsten Feldspielers aus dem Kasten. Mannheims Niki Goc nutzte die sich bietende Chance und schoss die Scheibe aus der Distanz zum 6:2 ein. (rk)