AKW Philippsburg: Grund für Manipulationen unklar

Auch Wochen nach dem Bekanntwerden vorgetäuschter Sicherheitsprüfungen von Mitarbeitern im Atomkraftwerk
Philippsburg sind die Motive noch immer unklar. Das sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung der EnBW Kernkraft GmbH, Jörg Michels, in Philippsburg. Ihm zufolge haben die drei Mitarbeiter, die bei einer Fremdfirma angestellt sind, eine entsprechende Befragung abgebrochen. Der EnBW zufolge waren sie seit Jahren mit der Prüfung von Messeinrichtungen im Kraftwerk beauftragt.
Der Konzern hatte Anfang April zunächst festgestellt, dass ein Mitarbeiter eine wiederkehrende Prüfung an einem Störfallmonitor in Block II in Philippsburg zwar dokumentiert, aber nicht durchgeführt hatte. Bei näherem Hinsehen wurde dann auch entdeckt, dass Prüfprotokolle vordatiert wurden, um verpasste Termine zu vertuschen.
Michels zufolge gab keine sicherheitsrelevanten Auswirkungen für Umwelt und Menschen. Eine eigens eingerichtete Arbeitsgruppe von etwa 70 Fachleuten kümmere sich um die Aufarbeitung der Fälle. Für
mögliche Schwachstellen bei Prüfvorgängen habe man die Sicherheit erhöht. Technisch gesehen könnte das Kraftwerk – es ist wegen einer planmäßigen Revision nicht am Netz – am 24. Mai wieder hochgefahren
werden, sagte Michels. Das muss aber erst das Umweltministerium genehmigen. dpa/feh