BLOG Auf den Spuren der „Kaffeebesorgungsproblematik“

Variante 1:

Bohnen, Kaffee, Becher, gähnen…wenn der Koffein-Schub zwischendurch unumgänglich wird. Der Gang zum Kaffeeautomaten – erwartungsvoll das Warmgetränk nach kurzer Wartezeit in den Rachen zu stürzen – entpuppt sich als Reinfall. Waaaaaas? Außer Betrieb? Was soll bitte der Käse? Käse ist übrigens auch super, schließt den Magen, aber naja egal. Zurück zum „kein Kaffee-Tag“. Haha, nene, wenn der gemeine Redakteur einen Kaffee will, dann bekommt er ihn auch. Der Instant-Quatsch geht natürlich gar nicht – Niveau ist hier gefragt. Der gemeine Fernsehfuzzi will so einen frisch gemahlenen, mit richtigen Bohnen, nix mit Pulver. Hardcore muss es schmecken, eine Schnulz-Plörre aus dem Filter kann keiner gebrauchen. Wo, zum Geier, kriege ich JETZT SOFORT einen gescheiten Kaffee her? Geistesblitz – zwar Variante B aber gut genug – Kaffeeautomat Nummer zwei – ist er den Weg wert? Eine Minute und dreiundzwanzig Sekunden strammer Fußmarsch bis zum Ziel – der Koffeinwille siegt. Eine Flasche Wasser eingepackt, die Proviant-Brote geschmiert, falls unterwegs was Unvorhergesehenes passiert. Der erste Schritt ist immer der schwerste, wenn man mal läuft, merkt man den Weg nicht mehr. Im Koffeinentzug wird mir klar, wie sich Marathonläufer fühlen müssen. Nur noch im Sinn, endlich anzukommen. Die Gedanken entgleiten. Oh du mein Kaffee. Du schwarzes, psychotropes coffeinhaltiges Heißgetränk, geröstet und gemahlen aus der feinsten Bohne, bist du bereit getrunken zu werden? Oder ist dein Röst- und Mahlgrad noch minderjährig. Die Halluzinationen lassen nach, je näher sich mein ausgezehrter Körper Richtung einzig funktionierenden heiligen Maschine schleppt. Der Griff während dem Laufen in die Hosentasche, hektisch nach dem Klimpergeld suchend die letzten paar Meter bis zum Einwurfschlitz des Kaffeautomats – geschafft. Der Knopfdruck, vergleichbar mit einem in der Sahara ausgesetzten Eskimo, der nach achtdreiviertel Stunden und 14 Kilometer Laufweg endlich sein Anorak in die Ecke schmeißt und den Tau von den über Nacht vollgelaufenen Blättern lutscht – so kann man das Gefühl beschreiben als Ich den Kaffeebecher aus dem Automaten ziehe und genüsslich – fu** ist das heiß – meinen Koffeinhaushalt ENDLICH wieder auffüllen kann. Der Rückweg zum Arbeitsplatz vergeht wie im Flug. Erleichterung macht sich breit – der Entzug lässt von Schluck zu Schluck nach – der Kaffeefleck, der nach zu großer Gier mein Shirt ziert, trocknet langsam ab. Kaffee Ich danke dir.  (beh)

 

Variante 2

Ohne Kaffee geht nix – das ist schon mal klar. Denn er ist sozusagen das Benzin, das wir tanken müssen damit unser Gehirnmotor nicht mitten in der Fahrt stehen bleibt. Für Redakteure ist er also lebenswichtig. Umso ärgerlicher, wenn die Tankstelle zu hat. Normalerweise können wir in der Kantine einen relativ erträglichen frisch gemahlen und überbrühten Bohnenkaffee aus dem Automaten ziehen. Für mich als ausschließliche Espresso-Trinkerin eine gute Möglichkeit, meine Reserven zu füllen. Was für ein Schreck, dass dieses Gerät außer Betrieb ist. Zurück in der Redaktion erinnerte uns ein Bounty in der Hand unseres Kollegen daran, dass neben dem Süßigkeitenautomaten bei den Druckern der Zeitung, die ebenfalls in unserem Haus ansässig ist, ein weiterer Kaffee-Automat steht. Allerdings mit Instant-Kaffee. Aber bevor wir auf der Strecke liegen bleiben und da wir ja noch einige Stunden Arbeitszeit hinter uns zu bringen haben, ziehen wir die eher hellbraune als dunkelschwarze leicht verwässerte Flüssigkeit in einem braunen geriffelten Plastikbecher mit weißer Innenwand für weniger Geld als bei dem „guten“ Gerät in der Kantine, aus dem Alternativ-Automaten. Der Duft – reden wir nicht drüber. Sensorisch auch eher mau. Es fühlt sich aber wie Kaffee an, wenn er über die Lippen auf die Zunge strömt und der Nachgeschmack hat zumindest etwas mit dem besagten Getränk zu tun. Der Becher ist leer und wartet schon neben mir darauf, in den Mülleimer geworfen zu werden. Ein kurzes Vergnügen, das ist so schade an der Sache. Noch einen werde ich mir nicht genehmigen – dafür war er dann doch zu mies. Aber um das hier zu schreiben hat der Kraftstoff ausgereicht. (cag)

 

Variante 3:

Tee (pp)