Bad Dürkheim: Mehr Pilze durch feuchtes Sommerwetter

Der zuletzt regnerische Sommer sorgte bei vielen für Verdruss. Doch nicht bei Pilzsammlern. Normalerweise kriegen sie Mitte Juli ihre Körbe noch nicht gefüllt – dieses Jahr könnte das anders sein.

Früher als sonst sprießen in diesem Jahr die Speisepilze in Rheinland-Pfalz. «Ab kommender Woche gibt es mehr Pilze», sagte Peter Keth vom Verein Interessengemeinschaft Pilzkunde und Naturschutz in Bad Dürkheim der Deutschen Presse-Agentur. Normalerweise sei Mitte Juli noch nicht die Zeit für klassische Speisepilze. Aber das regnerische Wetter sei hilfreich gewesen, sagte Keth. «Ein bis zwei Wochen nach ausgiebigen Regengüssen sind Pilze in sammelfähigen Mengen da.» Besonders auf Pfifferlinge – ohne Befall von Maden und Würmern im Gegensatz zu vielen anderen Arten – können Sammler demnach hoffen.

Ebenfalls in einem guten Zustand könnte der flockenstielige Hexen-Röhrling auftreten. Aber roh darf er nicht verspeist werden: «Er muss ausreichend erhitzt werden», sagte Keth.

Die Deutsche Gesellschaft für Mykologie rät Sammlern, nur Pilzarten zu sammeln, die sie sicher kennen und nur gesunde, frische Pilze mitzunehmen. Von unbekannten Pilzen könnten Interessierte zwei oder drei Exemplare in möglichst unterschiedlichen Entwicklungsstadien sammeln. Sie können dann in Ruhe zu Hause bestimmt werden. Bei Unsicherheit sollten Pilzsachverständige zurate gezogen werden.

Keth hat für Sammler noch einen weiteren Rat: «Am besten nicht mit großem Erfolgsdruck in den Wald gehen.» Auch er komme mit 40 Jahren Erfahrung noch manchmal mit einem leeren Speisepilzkorb nach Hause. Man solle auch das Wetter im Blick haben. Gerade in der Pfalz falle kein einheitlicher Niederschlag. Und die Pilze kämen ein bis zwei Wochen nach dem Regen, aber da, wo es geregnet hat.

Dass das Klima in den vergangenen Jahren allgemein das Pilzvorkommen beeinflusst hat, hat der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Mykologie (DGfM), Marco Thines, beobachtet. «Pilze, die es kühler mögen, werden in Deutschland seltener und Pilze, die aus dem Süden kommen und es warm mögen, sprießen besonders», erklärte er. (lrs)

Symbolbild: Theo Crazzolara (Lizenz: CC BY 2.0)