Baden-Württemberg: Unwetter richtet Schäden an – Schlamm auf Straßen, Keller überflutet – drei Tote

[AKTUALISIERT] Land unter in einigen Regionen des Südwestens: Viele Straßen und Keller stehen unter Wasser, Schlammlawinen blockieren Fahrbahnen. Die Folgen des Unwetters sind beträchtlich. In Baden-Württemberg starben in der Nacht drei Menschen als Folge des Unwetters.


Bei schweren Unwettern und Überschwemmungen in Süddeutschland sind mindestens drei Menschen ums Leben gekommen. Im baden-württembergischen Schwäbisch Gmünd starb laut Stadtverwaltung ein Feuerwehrmann beim Versuch, einen Menschen zu retten, der letztlich nur noch tot geborgen werden konnte. Zuvor hatte die Polizei den Tod eines 60-Jährigen in einer überfluteten Tiefgarage in Weißbach im Hohenlohekreis gemeldet. Das Lagezentrum in Stuttgart bildete einen Krisenstab und bestätigte ferner mehrere Verletzte.

Unwetter mit Hagel und sintflutartigem Regen haben am Wochenende in Teilen Baden-Württembergs große Schäden angerichtet. Straßen verwandelten sich in Flüsse, hunderte Keller liefen voll, und im Schwarzwald sank eine Wanderin bei einem Erdrutsch in eine Schlammlawine ein. Am Sonntag hieß es in einigen Teilen im Landkreis Biberach «Land unter», weil die Riss oder ihre Nebenflüsse über die Ufer traten. Feuerwehr und Polizei befanden sich dort am Abend in einem Großeinsatz. Auch im Bereich Konstanz und Heilbronn gab es am Sonntag überfüllte Keller und überflutete Straßen.

In Plankstadt (Rhein-Neckar-Kreis) schlug wie berichtet ein Blitz in ein Wohnhaus ein und setzte den Dachstuhl in Brand. Nach Angaben der Polizei entstand rund 500 000 Euro Schaden. In Nürtingen blieb ein Auto am Samstag in den Wassermassen in einer überfluteten Bahnhofs-Unterführung stecken. Die Gefahr neuer Unwetter war im Südwesten laut Wetterdienst auch am Sonntagabend noch nicht gebannt.

Im Neckar-Odenwald-Kreis waren am Samstag Feuerwehren, das Technische Hilfswerk und Bauhöfe pausenlos im Einsatz - unter anderem in Waldbrunn, Neckargerach und Mosbach. In mehreren hundert Kellern stand das Wasser, Schlamm und Steine türmten sich auf vielen Straßen. Teils gab es Überschwemmungen von bis zu 50 Zentimetern Höhe.

Mehrere Strecken im Neckar-Odenwald-Kreis mussten für den Verkehr gesperrt werden - teils bestand die Gefahr einer Fahrbahn-Absenkung. In Waldbrunn wurden laut Polizei mehrere Fahrzeuge auf der Straße zusammenschoben. Durch die Wassermassen brach bei Neckargerach der Damm eines Regenrückhaltebeckens und überflutete die Umgebung. Verletzte gab es bei den Unwettern nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei nicht.

 

Unwetter in Waldbrunn-Schollbrunn 28.05.2016. (Von YouTube eingebettetes Video. Video-Quelle: EBERBACH-CHANNEL omano.de)

Auch im angrenzenden Rhein-Neckar-Kreis sorgten Gewitter für Schäden. Es kam unter anderem zu einem Erdrutsch, Holzlatten stürzten von einem Dach, Gullydeckel wurden auf die Fahrbahn geschwemmt. Auf den Autobahnen 6 und 5 kam es zu zwei Unfällen wegen Aquaplaning.

In der Wutachschlucht im Hochschwarzwald versank am Samstag eine 64 Jahre alte Wanderin bis zur Hüfte in Erdmassen, als sie eine schmale Wegstelle passieren wollte, an der vermutlich wegen heftigen Regens Schlamm und Geröll auf den Wanderweg gerutscht waren. Beim Überqueren blieb die Wanderin stecken, versank und verletzte sich leicht.

In vielen Landesteilen musste nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes bis Sonntagnacht mit unwetterartigen Schauern, Hagel und Sturmböen gerechnet werden. «Erst mit Beginn der Woche sinkt das Unwetterpotenzial und das Wetter beruhigt sich wieder», sagte ein DWD-Sprecher.

Am schlimmsten traf es am späten Sonntag Abend offenbar den Ort Braunsbach im Kreis Schwäbisch-Hall. Das zuständige Polizeipräsidium Aalen sprach von erheblichen Schäden an Häusern, nachdem der örtliche Fluss über die Ufer getreten war. Es habe aber keine Toten oder Verletzten gegeben, hieß es zunächst. Der Ort sei war am Montag Morgen noch von der Außenwelt abgeschnitten.

Auf Fotos lokaler Medien im Internet waren Straßen zu sehen, die reißenden Flüssen glichen. Autos wurden vom Schlammwasser mitgerissen, türmten sich verkeilt übereinander und wurden teilweise in Schaufenster von Geschäften geschleudert. Bei einigen Häusern stand das Wasser offensichtlich bis in Höhe der untersten Fenster.

Der Ort im Kreis Schwäbisch-Hall liegt rund zehn Kilometer von der gleichnamigen Kreisstadt entfernt. Der Ort hat gut 900 Einwohner. Mehr im Live-Blog der Heilbronner Stimme.

(lsw)