Baden-Württemberg: Tausende Nostalgie-Kennzeichen im Land – auch in Buchen

Zur Einführung der alten Auto-Kennzeichen richtete sich so manche Zulassungsstelle auf einen Run auf die Nummernschilder ein. Gibt es fast ein halbes Jahr später überhaupt noch freie Kombinationen mit den Nostalgie-Kennungen?

Stuttgart (dpa/lsw) – LEO, BCH, HCH und GD: Einige alte Auto-Kennzeichen sind seit Anfang des Jahres wieder in Baden-Württemberg unterwegs. Denn in vier Landkreisen drucken die Zulassungsstellen auf ihre Nummernschilder nun auch wieder Ortskürzel, die eigentlich im Zuge der Kreisreform vor 40 Jahren weggefallen waren. Mit deren Wiedereinführung wurden pro Kürzel auf einmal fast sieben Millionen neue Kombinationen frei. Wie groß ist der Ansturm darauf wirklich? Ein Überblick:
In LEONBERG (Kreis Böblingen) sind mittlerweile rund 9000 Autos mit dem wieder eingeführten LEO-Kennzeichen unterwegs, 4000 weitere Kennzeichen sind noch vorgemerkt. Allerdings werden nicht unbedingt alle reservierten Nummernschilder abgeholt. Als Ende Mai die 90-Tage-Frist der erste Welle der Reservierungen ablief, verfielen auf einen Schlag gut 2000 reservierte LEO-Nummern. Ein Mitarbeiter des Landkreises Böblingen erklärt sich das so: «Sicher hatten einige Leute mehr als eine Nummer reserviert und sich erst anschließend für ihr Wunschkennzeichen entschieden.» Die Reservierung ist kostenlos. Erst wenn ein Auto mit einer LEO-Nummer zugelassen wird, muss eine Gebühr von einigen Euro gezahlt werden.

Auch in SCHWÄBISCH GMÜND im Ostalbkreis ist das neue, alte Kennzeichen GM beliebt. Mehr als 6600 GM-Nummernschilder sind mittlerweile auf den Straßen unterwegs. Ungefähr 1800 davon sind Kennzeichenwechsel von AA (für Aalen) auf das neue GM. Der Rest sind neue Zulassungen oder alte Nummernschilder aus Zeiten vor der Kreisreform. Als die Kennzeichen im Februar zum ersten Mal ausgestellt wurden, standen knapp 30 Leute Schlange vor der Zulassungsstelle in Schwäbisch Gmünd. In der ersten Woche wurde die Besetzung der Stelle deshalb von acht auf zwölf Mitarbeiter verstärkt. Nach einer Woche konnte die Sonderbesetzung allerdings wieder zurückgefahren werden, so ein Mitarbeiter des Landratsamts.

Der Neckar-Odenwald-Kreis hatte für BUCHEN das alte BCH-Kennzeichen beim Verkehrsministerium beantragt. Zwischen Heilbronn und Tauberbischofsheim gibt es inzwischen wieder mehr als 2600 Autos mit BCH auf dem Nummernschild. 400 davon sind allerdings immer noch mit BCH unterwegs. Diese Fahrzeuge, vor allem Zugmaschinen und Anhänger, wurden seit der Kreisreform nicht abgemeldet und hatten deshalb nie das Nummernschild mit dem neueren Kürzel MOS erhalten.

In HECHINGEN im Zollernalbkreis können Fahrer ihr Auto wieder mit dem Kennzeichen HCH schmücken. Fast 2700 Autos fahren mit dem neuen, alten HCH. Vor dem Einführungstermin der neuen Kennzeichen im Februar waren 1200 Reservierungen bei der Zulassungsstelle eingegangen. Mittlerweile sind es noch überschaubare 400 Vormerkungen.

BACKNANG im Rems-Murr-Kreis wollte das alte Kennzeichen BK zurück. Allerdings war das Kürzel bei der Zusammenlegung von Kreisen in Sachsen-Anhalt im Jahr 2007 an den Kreis Börde bei Magdeburg gegangen. Das Ministerium lehnte den Antrag von Backnang deshalb ab.

Grundsätzlich können nur Kennzeichen neu beantragt werden, die schon einmal existiert haben. Außerdem können Städte ihr altes Kürzel nicht direkt beim Ministerium anfordern. Das Landratsamt des neuen Kreises muss den Antrag mitragen. Eine Frist für die Beantragung gibt es nicht.