Beerfelden/Darmstadt: Vier Odenwald – Gemeinden wollen Zusammenschluss

Für die erste kommunale Fusion in Hessen seit mehr als vier Jahrzehnten stehen im Odenwald wichtige Entscheidungen an. In parallelen Sitzungen wollen an diesem Dienstag die Kommunalpolitiker der Stadt Beerfelden sowie der Gemeinden Hesseneck, Rothenberg und Sensbachtal über den Zusammenschluss zur künftigen Stadt Oberzent entscheiden. Hesseneck ist mit rund 650 Einwohnern die kleinste Gemeinde im Land. Auch Sensbachtal hat weniger als 1000 Einwohner. Eine solche Kommune könne die Aufgaben nicht mehr alleine stemmen, sagte Kehrer. Entstehen soll eine Stadt mit rund 10 000 Einwohnern auf einer großen Fläche von 165 Quadratkilometern.
Der Projektleiter der Fusion, Christian Kehrer, ging von einer klaren Mehrheit aus. Das Ziel: „Den Bürger weniger zur Kasse zu bitten und mehr gemeinsam vorzugehen.“ Durch einen Zusammenschluss sollen bis zu 900 000 Euro im Jahr eingespart werden.
Die Vertragsunterzeichnung steht schon einen Tag später im Kalender. Sie ist für Mittwoch (3.Mai/18.30 Uhr) in der Gemeindeverwaltung von Rothenberg geplant. Der offizielle Startschuss ist für den 1. Januar
2018 vorgesehen. Eine erste Hürde war im März 2016 genommen worden. Bei einem Bürgerentscheid stimmte eine große Mehrheit der Bürger der vier Kommunen für einen Zusammenschluss.(lhe/mf)

Statt jetzt noch vier Bürgermeistern wird zwar künftig nur einer gebraucht, aber zwei von ihnen stehen laut Kehrer ohnehin vor dem Ruhestand. Durch die Zusammenlegung werde die Verwaltung nicht kleiner. „Weil drei Bürgermeister ersetzt werden müssen“, sagte Kehrer. „Wir wollen die Verwaltung aber neu  strukturieren.“ Dies zähle zu den Hauptaufgaben auf dem Weg zur neuen Stadt. Derzeit gebe es zusammen fast 30 Vollzeitstellen.
Dass eine Fusion reibungslos über die Bühne geht, ist keine Selbstverständlichkeit. Im Odenwald war 2007 der Zusammenschluss der benachbarten Städte Erbach und Michelstadt gescheitert.