Biblis: Länder-Streit um Zwischenlager am Atomkraftwerk

Baden-Württembergs Umweltminister Franz Untersteller hat seine hessische Amtskollegin Lucia Puttrich (CDU) in der Diskussion um Atommüll-Zwischenlager kritisiert. „Unter Verantwortung verstehe ich etwas anderes“, sagte der Grünen-Politiker mit Blick auf Puttrichs Weigerung, Castoren im Atomkraftwerk Biblis vorübergehend aufzunehmen. Mit dieser Haltung rudere das Land wohl aus wahltaktischen Gründen zurück. Die Hessen wählen im September nicht nur einen neuen Bundestag, sondern auch einen neuen Landtag. Untersteller betonte, neben Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein müsse sich ein drittes Land zur Aufnahme von Castoren bereiterklären. Der Salzstock Gorleben darf während der Suche nach einem atomaren Endlager nicht weiter beliefert werden.
Baden-Württemberg werde voraussichtlich die fünf Behälter aus der französischen Wiederaufarbeitungsanlage La Hague im Kernkraftwerk Philippsburg aufnehmen; Schleswig-Holstein werde aber nur einen Teil der 21 Behälter aus dem britischen Sellafield im Atomkraftwerk Brunsbüttel unterbringen, erläuterte Untersteller.(lrs)