Bruchsal: Psychopharmaka hätten Hungertod eines Häftlings verhindern können

Psychopharmaka hätten den Hungertod eines Häftlings in der JVA Bruchsal im vergangenen Sommer verhindern können. Sein Tod war vermeidbar, wenn man ihn richtig behandelt hätte. Das ist das Ergebnis eines Gutachtens zum Hungertod . Ob die Anstaltsleitung den Tod hätte vorhersehen können, kläre das Gutachten nicht. Seit dem Hungertod gab es in der JVA zwei weitere Todesfälle. Im Oktober starb ein Häftling an Herzversagen. Ungeklärt ist noch die Todesursache bei einem 22-Jährigen, der Anfang April
leblos aufgefunden worden war. Laut Obduktion hatte er den Heroin-Ersatzstoff Methadon zu sich genommen. Wie er daran kam, ist unklar. Nach dem Hungertod hatte Baden Württembergs Jusitizminister Stickelberger eine Kommission eingesetzt, die den Umgang mit psychisch auffälligen Gefangenen analysieren soll. Der Endbericht der Kommission könne im Spätsommer fertig sein, hieß
es. Mit ersten Ergebnisse sei aber schon in den nächsten Monaten zu rechnen. Die CDU fordert nun, dass der Justizminister Konsequenzen aus den Vorfällen zieht.(cag/dpa)