[Video] Das Derby: TSG Friesenheim gewinnt gegen SG Leutershausen 28:24

Beim Rhein-Neckar-Derby in der 2. Handball-Bundesliga behielt wie schon im Hinspiel die TSG Friesenheim die Oberhand: Die Pfälzer gewannen in einer attraktiven Partie gegen die SG Leutershausen in deren eigener Halle 24:28. Dabei entschieden zwei starke Phasen der Eulen zu Beginn und gegen Ende der zweiten Halbzeit das Spiel.

„Wir haben in der zweiten Halbzeit die Leistung aus den ersten dreißig Minuten nicht mehr auf die Platte bringen können. Dadurch fehlte uns auch das ein oder andere einfache Tor“, sagte SGL-Trainer Holger Löhr nach der Partie. „Am Ende hatte Friesenheim die ein oder andere Alternative mehr, der Sieg für die TSG geht aber aufgrund der starken zweiten Halbzeit voll in Ordnung.“ Ganz ähnlich sah das Eulen-Coach Thomas König: „Ich bin mit der zweiten Halbzeit sehr zufrieden. Da haben wir es geschafft, das ein oder andere einfache Tor über die Abwehr zu erzielen. Der Sieg ist vielleicht ein bisschen zu hoch ausgefallen, ansonsten aber gerechtfertigt.“

 

Besser hätten die Vorzeichen für einen launigen Handballabend kaum stehen können: Nicht nur, dass alleine das Aufeinandertreffen zweier Teams aus der Region heiße Derbystimmung entfachte; auf Seiten der Leutershausener kam noch eine gute Nachricht hinzu, die sie im Kampf gegen den Abstieg zusätzlich beflügelte: Die DKB-Handball-Bundesliga entschied, dass es einen Absteiger aus dem Unterhaus weniger geben wird – bereits Platz 17 berechtigt nun zum Verbleib in der Liga. Vor der Partie gegen Friesenheim war die SGL durch diese neue Entwicklung nur noch drei Punkte von einem Nichtabstiegsplatz entfernt. Das sollte ausreichend Adrenalin freisetzen, um gegen die sieben Ränge besser platzierten Pfälzer zu Hause zu bestehen und die Aufholjagd auf Tabellen-Nachbar SV Henstedt-Ulzburg zu eröffnen – zumal der an diesem Abend zwei Punkte gegen Eintracht Hildesheim liegen ließ.

 

Als es losging, zeigten die Eulen aber, dass sie keinen Zentimeter an Boden preiszugeben bereit waren. Mit einer kompakten, agilen 6:0-Abwehr zwangen sie die Hausherren in Fehler und machten selbst Tore. Christian Klimek eröffnete mit einem Kracher ins Netz der Gastgeber die Partie. Nach der 1:3-Führung begannen die „Roten Teufel“ aber, den Vorwärtsdrang der Gegner zu unterbinden. Dabei konnten sie an diesem Abend insbesondere auf Torwart Ben Christian zählen. Er stand für den zuletzt nahezu unbezwingbaren Roko Peribonio zwischen den Pfosten und eiferte ihm nun nach: 15 Paraden, davon einen gehaltenen Siebenmeter, verbuchte er in den ersten dreißig Minuten auf seinem Konto. Obwohl sein Pendant Maximilian Bender auf der Gegenseite einen ähnlich guten Tag erwischte, schloss Leutershausen auf und holte in der 24. Minuten erstmals die Führung – 9:8. 1.200 Zuschauer in der restlos ausverkauften Heinrich-Beck-Halle genossen, wie engagiert beide Teams in die Partie einstiegen. Auch danach bestimmte die Effektivität in der Defensive das Spiel. Beim Stand von 12:10 ging es in die Pause.

 

„Wir waren in der ersten Halbzeit aggressiv, die Abwehr stand gut“, analysierte SGL-Kreisläufer Hannes Volk, „in der zweiten Hälfte haben wir dann 18 Tore bekommen – das ist natürlich zu viel. Wir haben uns nach vier, fünf Toren runterziehen lassen – da war es schwer zurück zu kommen.“

 

So reflektierte er die Ereignisse gleich nach dem Wiederanwurf: Mit sieben Toren in sechs Minuten egalisierten sie die Leutershausener Führung nicht nur, sondern gingen gleich mit drei Toren in Front – 14:17 stand es nicht einmal sieben Minuten nach dem Seitenwechsel. Leutershausen nahm eine Auszeit und wechselte den Torwart. Damit stoppten die Gastgeber zunächst den Torreigen der Pfälzer, konnten aber nicht wieder aufschließen. Erst ab etwa zehn Minuten vor dem Ende nahm Friesenheim das Heft endgültig in die Hand, nutzte die schwindenden Kräfte der Bergsträßer und gewann am Ende 24:28. „Wir waren in den zweiten 30 Minuten zu passiv“, meinte Torwart Ben Christian, der eine außergewöhnliche erste Spielhälfte gezeigt hatte.

 

Mit Blick auf die neue Abstiegsregelung in der zweiten Liga sagte SGL-Coach Holger Löhr: „Dass es jetzt nur noch drei Punkte auf einen Abstiegsplatz sind, eröffnet wieder neue Perspektiven – obwohl selbst das in dieser Liga schwer sein wird aufzuholen. Heute hätten wir die erste Chance gehabt, die haben wir leider nicht genutzt. Wir haben ein schweres Restprogramm und werden uns weiter vor allem auf uns selbst konzentrieren.“ Dieses Programm führt die Bergsträßer zunächst nach Rostock (Mittwoch, 8.5.), bevor sie in eigener Halle den EHV Aue empfangen (Samstag, 11. Mai, 20 Uhr).

 

Das Rhein-Neckar Fernsehen zeigt am Sonntag und Montag ein „Sport Extra“ über das Spiel SG Leutershausen – TSG Friesenheim. Die Sendezeiten:

  • Sonntag, 6.Mai um 20:00 / 00:30 Uhr
  • Montag, 7.Mai um 17:00 / 19:30 Uhr

 

Stenogramm:

SG Leutershausen: Christian, Peribonio, Frietsch 4, Gunst 4/3, Müller 1, Forstbauer 7, Ruß 5/2, Prestel 1, Volk 1, Conrad 1, Engels, Hübe, Kuch, Geppert

TSG Friesenheim: Bender, Diehl, Grimm 7/1, Kogut 4, Kraushaar 2, Sigtryggsson 4, Just 6/1, Claussen, Schmidt, Kossler 2, Klimek 3, Klier, Sitter, Fritsch, Ulrich, Eckhardt (rk)