[Video] Der Tag nach der Bluttat von Dossenheim

Am Tag nach der Bluttat von Dossenheim gaben Staatsanwaltschaft und Polizei auf einer Pressekonferenz in Heidelberg weitere Details bekannt:

Der Täter soll bei einer Eigentümerversammlung in der Dossenheimer Gaststätte “Ambiente” mit der Hausverwaltung gestritten haben. Er warf ihnen Betrug bei der Nebenkostenabrechnung vor. Der Streit eskalierte und der Mann wurde des Saals verwiesen. Er ging nach Hause, kam aber bereits 15 Minuten später wieder. Er trank ein Glas Cola an der Theke und zahlte. Zeugenaussagen zufolge soll er nervös gewirkt haben. Dann ging er in den Nebenraum und schoss mit 17 Kugeln mit einem großkalibrigen Gewehr auf die acht Menschen, die sich dort befanden. Er betrat den Raum mit den Worten „Ich bring euch alle um“.

In dem Raum saß unter anderem auch seine Ehefrau. Sie wurde verletzt, konnte sich aber unter einen Tisch retten. Ob er sie absichtlich oder versehentlich traf, ist der Polizei noch nicht bekannt. Eine weitere Frau sprang ebenfalls unter den Tisch und blieb so als einzige unverletzt. Der Schütze tötete zwei Männer, darunter ein Mitglied des Verwaltungsbeirats der Wohnungseigentümergemeinschaft. Dieser Mann stand offenbar im besonderen Fokus des Täters. Insgesamt wurden fünf Menschen verletzt, darunter auch eine Frau, die offenbar unabsichtlich von dem Schützen verletzt wurde. Sie saß auf der Terrasse, als die Kugel die Glasscheibe durchbrach. Anderen Gästen soll er zugerufen haben, dass er sie nicht verletzen wolle. Nach der Schießerei richtete sich der Schütze selbst. Er soll nach dem Kopfschuss noch eine halbe Stunde gelebt haben, bevor er starb.

Bei dem Täter handelt es sich nach RNF-Informationen um den 71 jährigen Filip N.. Nach Polizeiangaben war er Serbe, war verheiratet, hatte eine Tochter und zwei Enkelkinder. Der Schütze war im Besitz einer Waffenkarte und mehrere Jahre Mitglied in Schützenvereinen. Neben der Waffe, mit der er Amok lief, besaß er noch sechs weitere Waffen. Bisher war der Mann nicht als gewalttätig bekannt. Es gab aber offenbar schon öfter Streitigkeiten mit der Hausverwaltung. Der Polizei liegt eine Anzeige aus dem Jahr 2012 vor, in der der Täter den Verwalter wegen Betrugs anzeigte. Außerdem sagten Zeugen aus, dass er in der Wohnanlage häufig Streit gesucht haben soll.

Inzwischen fordern die Grünen und die Sozialdemokraten im Landtag von Baden-Württemberg ein schärferes Waffenrecht. Großkalibrige Waffen sollten jetzt endlich verboten werden, heißt es in mehreren Stellungnahmen. Kritisiert werden auch die Kontrolldichte und die Möglichkeit für Sportschützen, Waffen zu Hause zu lagern. Dafür gebe es keine stichhaltigen Argumente.

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Im folgenden Video zusammengefasst – die Erkenntnisse von Tag 1 nach der Tat:

Die ersten Informationen von gestern Abend haben wir im folgenden Video zusammengefasst: