Dreyer: „Kandel lässt sich nicht zu Kulisse für Rechtsextreme machen“ – Polizisten mit Böllern beworfen

Im südpfälzischen Kandel sind am Samstag etwa 1200 Menschen zu einer Demonstration gegen den Aufzug der rechtspopulistischen Initiative «Kandel ist überall» zusammengekommen. Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) rief den Demonstranten zu, man lasse es nicht zu, dass der Tod einer 15-Jährigen Ende Dezember instrumentalisiert werde. Kandel lasse sich nicht zu einer Kulisse für Rechtsextreme machen.

Im südpfälzischen Kandel sind am Samstag etwa 1200 Menschen zu einer Demonstration gegen den Aufzug der rechtspopulistischen Initiative «Kandel ist überall» zusammengekommen. Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) rief den Demonstranten zu, man lasse es nicht zu, dass der Tod einer 15-Jährigen Ende Dezember instrumentalisiert werde. Kandel lasse sich nicht zu einer Kulisse für Rechtsextreme machen. «Die sind laut, aber wir sind mehr», rief Dreyer den Demonstranten zu, die Fahnen von Parteien und Gewerkschaften und des Bündnisses «Wir sind Kandel» trugen.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete und Parlamentarische Staatssekretär im Bundesgesundheitsministetrium, Thomas Gebhardt, rief, seit Wochen müsse man erleben, wie der Tod der 15-Jährigen von rechtsradikalen Kräften aus ganz Deutschland für deren Zwecke missbraucht werde. «Das ist unerträglich für diese Stadt, unerträglich für die ganze Region.» Zugleich sprach er der Familie der 15-Jährigen sein Mitgefühl aus. Das Mädchen war mutmaßlich von seinem Ex-Freund getötet worden, einem Flüchtling aus Afghanistan.

Die rechtspopulistische Initiative «Kandel ist überall» reagiert mit ihrer Kundgebung auf den Tod des Mädchens. Sie fordert eine Schließung der Grenzen und eine Abschiebung illegal in Deutschland lebender Ausländer. Zu dieser Demonstration, die am Nachmittag beginnen sollte, waren laut Polizei zunächst 250 Menschen gekommen.

Böller auf Polizisten

Bei der Demonstration hätten Randalierer aus dem linken Spektrum Böller entzündet und auf Polizeibeamte geworfen, sagte eine Polizeisprecherin am Samstag. Außerdem seien Flaschen auf Beamte geworfen worden. Die Einsatzkräfte hätten mit dem Einsatz von Pfefferspray reagiert und etwa 250 Demonstranten eingekesselt. Wie lange dieser Zustand aufrecht erhalten bleiben sollte, war zunächst unklar. (lrs)