Einzelhandel: Erneut Streiks in der Region

Nach dem Auftakt am Freitag kam es auch heute in der Region zu Warnstreiks im Einzelhandel. Aufgerufen hatte die Gewerkschaft ver.di. Die Streikbeteiligung liege landesweit bei rund 700 Streikenden, die ganztägig die Arbeit niederlegen so ver.di. Dem Streikaufruf folgen heute Betriebe im Raum Mannheim- Heidelberg. Darüber hinaus wird die Arbeit niedergelegt in Karlsruhe, in Pforzheim, Esslingen, Metzingen, Reutlingen, Freiburg, Friedrichshafen und Überlingen. Betroffen sind die Unternehmen Kaufhof, Kaufland, Real, Ikea, H&M, Esprit und Zara.

Ver.di wird nach eigenen Angaben auch in den kommenden Tagen zu Streiks aufrufen, um die Arbeitgeber in der nächsten Verhandlung zu einem verbesserten Angebot zu bewegen. Die Gewerkschaft
fordert für die rund 490.000 Beschäftigten im Einzelhandel Baden-Württemberg eine Erhöhung der Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen um 1 € pro Stunde sowie ein tarifliches Mindesteinkommen von 1850 €. Der neue Tarifvertrag soll für eine Laufzeit von 12 Monaten vereinbart werden. Zudem strebt ver.di für die Tarifverträge des Einzelhandels wieder – wie bis zum Jahre 2000 jahrzehntelang üblich – die Allgemeinverbindlichkeitserklärung an. Das bedeutet, dass die Tarifverträge wieder für alle Unternehmen und alle Beschäftigten der Branche verbindlich gelten würden. Damit soll der weiteren Verbreitung von „Armutslöhnen“ in der Branche entgegengewirkt werden.

 

Das Angebot der Arbeitgeber –  Erhöhung der Löhne und Gehälter ab 1. Mai 2015 um 1,5 %  und Zahlung einer Einmalzahlung im Jahr 2016 in Höhe von 215,- € – weist die Arbeitnehmervertretung als ungenügend zurück. Die Tarifverhandlungen werden am 22. Juni fortgesetzt. (wg)