Eishockey, Playoff-Halbfinale, 2. Spiel: Adler Mannheim gewinnen im Heimspiel gegen Red Bull München 4:2

Die Mannheimer Adler halten die Halbfinal-Serie der Playoffs gegen Meister Red Bull München offen: Im Heimspiel gewannen sie am Abend in der SAP-Arena 4:2 (1:1, 0:0, 3:1). Zwei Tage nach dem brutalen Foul von Steve Pinizzotto zeigten die Adler damit eine Reaktion. „Es war auf jeden Fall ein Statement“, sagte Mannheims Olympia-Silbergewinner David Wolf. In der Halbfinal-Serie steht es jetzt 1:1.

Nach einem Blitz-Tor durch Thomas Larkin 39 Sekunden nach dem ersten Bully hielten die Hausherren zunächst das Heft in der Hand. Keine Spur davon, dass sie noch unter dem Eindruck des strittigen Spiels vom Donnerstag stünden. Der üble Check gegen Matthias Plachta, die Diskussionen von Karfreitag – abgehakt. Zehn Minuten dominierte Mannheim den Meister klar, der dann aber besser aus dem Powerbreak zurück ins Spiel kam. München zeigte die besseren Spielzüge, scheiterte aber ein ums andere Mal an Mannheims Goalie Dennis Endras.

Ende des zweiten Drittels hätte München bei einer anderthalbminütigen 5-gegen-3-Überzahl die Chance gehabt, dem Spiel die entscheidende Richtung zu geben (Mullen und Larkin saßen auf der Strafbank) – das Verteidigungsdreieck der Adler hielt den Angriffen aber stand.

Dafür brachte Jason Jaffrey die Gäste dann direkt zum Start des Schlussdrittels in Führung (41.) – 1:2.

Möglicherweise entscheidend die Szene in der 53. Minute: Marcel Goc spielt die Scheibe von rechts vors Tor, Christoph Ullmann (Mannheim) und Michael Wolf (München) rangeln sich in den Torraum. Am Ende der Szene liegt die Scheibe im Netz. Aber es ist es auch ein gültiger Treffer? Unklar. Die Referees entscheiden sich sofort für einen Videobeweis. Minutenlang beraten sie sich, wieder und wieder spielen sie die Szene aus verschiedenen Perspektiven auf ihrem Monitor ab. Sehen, dass die Scheibe Ullmanns Körper trifft, abtropft und im allgemeinen Getümmel ins Tor rutscht. Schließlich erkennen sie das Tor an. Unentschieden also – alles wieder offen.

Nach dem Bully im Mittelkreis schaltet Luke Adam am schnellsten, nutzt ein Kolarik-Zuspiel und haut den Puck von links ins lange Eck. Nicht einmal eine Minute ist nach dem strittigen Treffer vergangen, da klingelt es im Kasten von Danny aus den Birken schon wieder – ein trockener Schuss, 3:2 für Mannheim. Etwas mehr als sechs Minuten vor der Schlusssirene steht die SAP-Arena kopf, 13.600 Zuschauer sind aus dem Häuschen.

Die roten Bullen warten noch etwas ab, nehmen dann den Goalie aus dem Tor. Es ist Markus Kink, der in der letzten Minute einen Konter nutzt und die Scheibe per Rückhand ins leere Tor der Münchner zum 4:2-Endstand befördert.

Nach dem ersten Spiel hatte das überharte Einsteigen von Steve Pinizzotto für Aufregung gesorgt. Adler-Nationalstürmer Matthias Plachta schaute diesmal wie erwartet verletzungsbedingt nur zu. Pinizzotto wird wegen seiner Fünf-Spiele-Sperre in dieser Serie nur noch einmal mitwirken können, falls es zu einem siebten Duell kommen sollte. Am Montag treten die Adler wieder in München an.

RNF sendet an Ostersonntag eine Zusammenfassung der zweiten Partie in der Playoff-Halbfinalserie mit vielen Reaktionen – um 17:30 Uhr, 21:30 Uhr, 00:30 Uhr, im TV und im Livestream sowie nach der Erstausstrahlung jederzeit in der Mediathek. (rk, mit dpa)