FCK: Rote Teufel backen nur noch kleine Brötchen

Der finanziell schwer angeschlagene Fußball-Zweitligist 1. FC Kaiserslautern beklagt im Geschäftsjahr 2015/16 einen Fehlbetrag von mehr als 2,6 Millionen Euro. Zum Vergleich: Im Vorjahr wurde noch ein Überschuss von 812.000 Euro erwirtschaftet. Dies gaben die Roten Teufel auf der Jahreshauptversammlung am Samstag bekannt, bei der die Führungsriege der Roten Teufel 915 stimmberechtigte Mitglieder im Fritz Walter-Stadion begrüßen konnte.

Die Umsatzerlöse aus den Kernbereichen gingen den Angaben von Finanzvorstand Michael Klatt um 2,94 Millionen Euro zurück. Gestiegene Umsatzerlöse der Werbung ( knapp 500 000 Euro) konnten den Umsatzrückgang in den Bereichen des Spielbetrieb/Handel (rund 3 Mio Euro), sowie der Fernseh- und Hörfunkvermarktung (-315 000 Euro) nicht auffangen. Die Umsatzerlöse im Transferbereich konnten dagegen auf Vorjahresniveau gehalten werden.

Die Verbindlichkeiten wurden um 4,6 Millionen Euro auf 12,703 Millionen Euro reduziert. Das negative Eigenkapital hat sich im Geschäftsjahr 2015/16 durch den Jahresfehlbetrag auf 3,502 Millionen Euro erhöht. In der Aussprache danken viele FCK-Mitglieder Klatt für die „ehrlichen Worte“, die „endlich mal die Realitäten auf den Tisch gebracht“ hätten, wie es ein Pfälzer ausdrückte.

Der FCK hat in der Saison 2015/16 seine sportlichen Ziele deutlich verfehlt und belegte am Ende Platz 10 in der Tabelle der Zweiten Liga. Mit einem Zuschauerdurchschnitt von 25.847 Zuschauern rutschte der Verein  im Ligavergleich auf den 5. Platz der Zuschauertabelle ab. Durch das Verfehlen der sportlichen Ziele waren auch Zuschauerzahlen und sonstige Einnahmen rückläufig.

Per 30. Juni 2016 hat sich die Liquidität um fast 3 Mio auf nur noch 2,3 Mio Euro verringert. Hauptgrund:
Der Rückkauf des Nachwuchsleistungszentrums Fröhnerhof (NLZ) für 2,8 Mio Euro. Abgesehen vom Rückkauf des NLZ konnte der Verein seine Liquidität „nahezu konstant“ halten, hieß es.

Sportlich erscheint in der laufenden Saison wegen der begrenzten wirtschaftlichen Mittel nur eine Platzierung im Mittelfeld realistisch. Um die wirtschaftliche Situation zu verbessern, wurde ein Restrukturierungsprogramm aufgesetzt, welches nachhaltig zur Umsatzsteigerung beiträgt und Kosten signifikant senken soll, so der Vorstand. Aktuell sein bereits deutliche Transferüberschüsse erwirtschaftet werden, welchen jedoch der Verlust zweier Plätze in der TV-Geld-Tabelle sowie eine nach wie vor hohe Kostenstruktur entgegenstehen. Daher plant der Verein einen voraussichtlichen Verlust für die aktuelle Saison von rund 2 Mio Euro (vorbehaltlich Klassenerhalt). Das vorrangige Ziel sei es, die Abwärtsspirale zu beenden und Grundlagen für eine künftige Wettbewerbsfähigkeit des Vereins wiederherzustellen.

Sowohl Aufsichtsratschef Nikolai Riesenkampff als auch der Vorstandsvorsitzende Thomas Grieß warben in ihren Ansprachen für eine noch nicht näher konkretisierte Form der Ausgliederung des Profi-Fußballs mit einem strategischen Investor. Die Entwicklungen und Zahlen sprächen ganz klar für eine Herauslösung aus der Organisationsform Verein. Ohne einen Investor sei die Rückkehr in die Bundesliga nicht machbar und auch der Verbleib in der 2. Bundesliga gefährdet. Mit dem aktuellen Lizenzspieleretat von 8,5 Mio Euro, der im Sommer mit Hilfe eines Darlehens auf 11,5 Mio aufgestockt wurde, sei man weit weg von der Spitze der Zweitliga-Clubs. „Geld schießt auf Dauer Tore“, so Gries. (wg)