FCK: Zurück im Aufstiegsrennen

Hamburg (dpa) – Mit einem Last-Minute-Treffer am Hamburger Millerntor
hat Ruben Jenssen den Traum des 1. FC Kaiserslautern vom Aufstieg in
die Fußball-Bundesliga am Leben gehalten. Nach dem 3:2-Sieg beim FC
St. Pauli durch den Treffer des Norwegers in der siebten Minute der
Nachspielzeit befanden sich Spieler, Trainer und Fans der Roten
Teufel in einem wahren Glücksrausch. „Vielleicht ist das der Moment,
der uns durch den Rest der Saison trägt“, sagte FCK-Coach Kosta
Runjaic.
Mit 47 Punkten schob sich der seit sieben Spielen ungeschlagene FCK
am Rivalen vorbei auf Rang vier und wahrte damit seine Chancen auf
die Rückkehr ins Oberhaus. „Es ist eine ganz verrückte Saison. Wir
haben viele Rückschläge hinnehmen müssen, dennoch haben die Jungs
weiter an sich geglaubt. Heute hatten wir das erste Mal Glück“, sagte
Runjaic und fügte hinzu: „Wir müssen weiter punkten, haben es aber
nicht selbst in der Hand.“
Vor 29 063 Zuschauern gerieten die Pfälzer durch John Verhoek (14.)
in Rückstand, den Srdjan Lakic (31.) mit dem ersten Treffer seit
seiner Rückkehr egalisierte. Der Kroate traf mit einem direkten
Freistoß. Kurz vor der Pause stand den Gästen bei einem
Pfostentreffer von Marcel Halstenberg das nötige Glück zur Seite.
In der abwechslungsreichen Partie brachte Markus Karl die Pfälzer
nach gut einer Stunde nach vorne. Einige Minuten zuvor hatte Simon
Zoller nur den Pfosten getroffen, seinen Nachschuss kratzte Markus
Thorandt von der Linie.
Als die Roten Teufel schon auf die drei Punkte spekulierten, wurden
sie durch den späten Ausgleich von Florian Kringe (89.) kalt
erwischt. Doch das 2:2 war längst noch nicht der Schlusspunkt an
einem spektakulären Fußball-Abend. „Beide Teams haben gefightet und
kombiniert. Es war fantastisch und eine überragende Stimmung“, sagte
Runjaic.
In der Nachspielzeit überschlugen sich dann die Ereignisse. Zunächst
musste Willi Orban nach einem Handspiel mit Gelb-Rot vom Platz, dann
vergab Karim Matmour (90.+5) in Unterzahl die erste große Siegchance.
Nach 96:20 Minuten schlug es dann doch noch zum dritten Mal im
Hamburger Tor ein, als Jenssen aus 18 Metern Maß nahm. „Er hat
einfach abgezogen. Das war ein richtig gutes Ding“, stellte Runjaic
fest und lobte den Mittelfeldmann: „Er hat eine Weile gebraucht, um
sich anzupassen. Jetzt wird er immer besser.“