Frankenthal: Finder geht in Berufung – neuer Prozess um „Barbarenschatz“

Der Prozess gegen den Finder eines als bundesweit einmalig geltenden Gold- und Silberschatzes aus der
Spätantike wird neu aufgerollt. Am 25. Januar 2016 wird sich das Landgericht Frankenthal mit dem Thema „Barbarenschatz“ befassen. Eine entsprechende Meldung des Südwestrundfunks (SWR) bestätigte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Frankenthal, Hubert Ströber, am Dienstag.
Zu der Neuauflage kommt es, weil der Anwalt des Angeklagten Berufung gegen ein Urteil des Amtsgerichts Speyer eingelegt hat. Dieses hatte den Mann Ende Februar wegen Unterschlagung zu 15 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Der Anwalt hatte auf Freispruch plädiert.
Der gelernte Einzelhandelskaufmann hatte den aus mehr als 100 Teilen bestehenden Schatz aus dem fünften Jahrhundert 2013 bei einer nicht genehmigten Suche mit einem Metalldetektor in der Südpfalz gefunden. Er lieferte ihn erst ab, nachdem Fotos davon der Polizei bei einer Razzia in der Wohnung eines Bekannten in die Hände gefallen waren. Nach Auffassung des Amtsgerichts sprachen Umstände und Indizien dafür, dass der Finder den Schatz, der dem Land zustand, behalten wollte und ihn nur aus Angst vor den polizeilichen Ermittlungen herausrückte. Der Mann hatte dagegen erklärt, er habe nie vorgehabt, irgendetwas zu behalten. Er beklagte auch, er werde „kriminalisiert“.(dpa/lrs)