Frankenthal: Im Prozess gegen Schifferstadter Frauenarzt kommen Patientinnen zu Wort

Im Frankenthaler Prozess gegen einen Frauenarzt, der heimlich Intimfotos gemacht haben soll, sind erstmals einige seiner Patientinnen zu Wort gekommen. Das Landgericht hörte am Dienstag mehrere Frauen an. Da die Intimsphäre der Zeuginnen betroffen war, wurde die Öffentlichkeit während ihrer Aussagen ausgeschlossen.
Der Mediziner soll zwischen Mai 2008 und August 2011 in seiner Praxis in Schifferstadt (Rhein-Pfalz-Kreis) mit einer Digitalkamera Fotos in der Umkleidekabine und im Untersuchungsraum gemacht haben. In mehr als 1400 Fällen wird ihm daher vorgeworfen, den höchstpersönlichen Lebensbereich der Frauen verletzt zu haben. Zudem wird ihm sexueller Missbrauch in zehn Fällen zur Last gelegt.
Zu Prozessbeginn am vergangenen Donnerstag hatte der 58-Jährige die Patientinnen um Entschuldigung gebeten. Zum Motiv erklärte er, es gebe eine dunkle Seite in ihm.
Für den Prozess sind bis zum 8. Oktober noch vier weitere Verhandlungstermine angesetzt. Beim nächsten Termin am Donnerstag sollen weitere vier Patientinnen zu Wort kommen. Es wird damit gerechnet, dass auch ihre Anhörung unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden wird.(dpa/lrs)