Fussball: 1899 holt Punkt in Bremen

Der jüngste Trainer in der Geschichte der Fußball-Bundesliga hat bei seiner Premiere einen glücklichen Punkt geholt. Der erst 28 Jahre alte Julian Nagelsmann kam am Samstag bei seinem Einstand mit der TSG Hoffenheim zu einem 1:1 (1:1) bei Werder Bremen. Auch bei Nagelsmanns erstem Spiel als Erstliga-Coach gelang der TSG kein Sieg im Weser-Stadion, nachdem der Vorletzte der Tabelle zuvor bereits sieben Mal in Bremen erfolglos geblieben war. Das Tor durch den später mit Gelb-Rot (77.) vom Platz gestellten Andrej Kramaric (10.) war zu wenig, der Abstand der TSG auf einem Nicht-Abstiegsrang ist mit sechs Punkten weiter erheblich. Die Bremer, für die vor 38 454 Zuschauern der starke Papy Djilobodji (13.) traf, haben als Drittletzter fünf Zähler Vorsprung auf die Hoffenheimer, sind aber ebenfalls weiter in großer Gefahr. Dutzende von Fotografen und Kameraleuten umlagerten Nagelsmann, ehe es um 15.30 Uhr für den Bundesliga-Neuling ernst wurde. Der Nachfolger von Huub Stevens, der wegen Herzrhythmusstörungen sein Amt niedergelegt hatte, sah eine Partie zweier engagierter Teams mit frühen Toren. Nagelsmann hatte die TSG-Startelf im Vergleich zur Niederlage gegen Darmstadt 98 in der Vorwoche auf vier Position geändert und überraschte mit neuer Taktik. Defensiv stand Hoffenheim im selten gespielten 3-4-1-2-System, das bei eigenem Ballbesitz geändert wurde. Deutlich torgefährlicher waren jedoch die Bremer, die ein 4-1-4-1-System spielten. Der Bundesliga-Neuling, der noch kein Fußball-Lehrer ist, erlebte einen perfekten Start seines Teams mit einem kuriosen Treffer. Nach einem Ballverlust von Claudio Pizarro bediente Tobias Strobl Stürmer Kramaric, dessen Kopfball vom Pfosten an Felix Wiedwalds Rücken und von dort ins Netz prallte. Fast im Gegenzug glich Werder aus, auch mit leichter Mithilfe des Gegners. Nach Ecke  lorian Grillitsch traf Djilobodji TSG-Verteidiger Ermin Bicakcic, der den Ball unhaltbar ins Netz abfälschte. Danach verlief das Spiel wenig spektakulär. Die Bremer dominierten dabei, die Hoffenheimer kamen kaum mehr in den Strafraum  der Gastgeber. Bei der besten Chance der gefährlicheren Bremer scheiterte Fin Bartels aus rund 16 Metern an 1899-Keeper Oliver Baumann, der den Ball um den linken Pfosten lenkt. Werder-Coach Viktor Skripnik baute trotzdem zur Pause um und brachte Levin Öztunali, doch das Team des 46 Jahre alte Werder-Coaches begann die zweite Halbzeit schwach. Erst nach einer Anlaufphase kamen die Bremer wieder zu Chancen. Bester Hoffenheimer war in der zweiten Hälfte Baumann. Der Schlussmann parierte mehrfach gegen die stürmischen Bremer, die in Überzahl zu hektisch agierten. Nagelsmann, der das Geschehen meistens ruhig am Rande verfolgte und wenig Emotionen zeigte, sah wenig gute Konter seines Teams. (dpa)