Fussball: 1899 will Vorsprung verteidigen

Am Samstagabend saß Markus Gisdol auf dem
heimischen Sofa vor dem Fernseher. Das
Champions-League-Finale zwischen Bayern München und Borussia Dortmund
kam dem Trainer der TSG 1899 Hoffenheim vor der entscheidenden Partie
um die Bundesliga-Zugehörigkeit an diesem Montag beim Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern gerade recht. RNF informiert in einem Sport extra am Dienstag über Tore, Stimmen und Stimmungen rund um das Südwest-Derby um die Bundesliga-Zugehörigkeit.  „Der Fokus auf
die Relegationsspiele wäre sonst ein anderer gewesen“, vermutete
Gisdol.
Dank des deutschen Endspiels im Wembley-Stadion konnten Gisdol und
seine Spieler noch einmal abschalten, ehe es auf dem Betzenberg um
Alles oder Nichts geht. „Das ist unser Champions-League-Endspiel,
wenn man so will“, sagte Kapitän Andreas Beck.
Das 3:1 aus dem Hinspiel taugt zumindest teilweise als
Beruhigungsmittel. „Aber wir wissen, dass es ein gefährliches
Ergebnis ist“, warnte Stürmer Sven Schipplock. Gisdol sieht das
genauso, zieht daraus aber Positives: „So fällt es leichter, als
Trainer Gehör zu finden. Da hat das Gegentor vielleicht seinen Zweck
erfüllt. Wir sind fokussiert und sensibilisiert.“
Die Mannschaft will sich für ihren respektablen Endspurt nach
einer völlig verkorksten Saison belohnen. Das Stahlbad Dortmund, wo
mit dem 2:1-Sieg am letzten Bundesliga-Spieltag der direkte Gang in
die Zweitklassigkeit abgewendet wurde, hat die Spieler selbstbewusst
gemacht. „Wir haben in Dortmund alles erlebt, was es zu erleben gibt.
Dann gibt es in Lautern auch nichts mehr zu erleben“, sagte
Mittelfeldspieler Eugen Polanski. Gisdol stimmt zu: „Mehr als
schreien können die Leute auch dort nicht.“
Dennoch erwartet der TSG-Coach im mit 49 780 Zuschauern
ausverkauften Fritz-Walter-Stadion ein hartes Stück Arbeit. „Es kann
sein, dass es ruppiger wird, darauf sind wir eingestellt. Wir bleiben
hart in der Sache, aber fair in der Art. Es geht nur so, wenn wir
unsere Stärken reinbringen und wissen, was wir zu tun haben“,
verkündete Gisdol die Marschroute für die 90 oder sogar 120 Minuten.
Vor allem die Innenverteidigung mit Jannik Vestergaard und David
Abraham muss stabil stehen, um den angekündigten Sturmlauf des FCK zu
verhindern. Verzichten muss Gisdol auf die beiden Mittelfeldspieler
Daniel Williams (Muskuläre Probleme) und Tobias Weis
(Bauchmuskelzerrung).
Unabhängig vom Ausgang der Partie will Gisdol den eingeschlagenen
Weg fortsetzen. „Den werden wir nicht verlassen“, meinte der Trainer.
Im Sommer wartet viel Arbeit auf ihn, egal wie das finale Spiel
endet. Da wird Gisdol wohl wenig Zeit finden, sich auf der heimischen
Couch Fußballspiele im Fernsehen anzugucken. (dpa)