Fussball: FCK hofft

Der Mann mit dem Aufstiegs-Gen und der
Mythos Betzenberg sollen das „Wunder von der Pfalz“ möglich machen
und den 1. FC Kaiserslautern zurück in die Fußball-Bundesliga führen.
Im entscheidenden Relegations-Rückspiel gegen die TSG 1899 Hoffenheim
am Montag, 27. Mai, setzen die Roten Teufel auf die
bedingungslose Unterstützung ihrer Fans und die Treffsicherheit von
Talisman Mohamadou Idrissou. RNF berichtet in einem Sport extra am Dienstag über Tore, Stimmen und Stimmungen rund um das Südwest-Derby um die Bundesliga-Zugehörigkeit.
Die Tore des exzentrischen Kameruners verhalfen schon Eintracht
Frankfurt, dem MSV Duisburg und dem SC Freiburg zum Aufstieg in die
Fußball-Bundesliga. Jetzt will Idrissou ungeachtet der 1:3-Niederlage
im Hinspiel auch mit dem FCK ins Oberhaus. „Das ist mein Ziel. Die
sind schlagbar, absolut“, sagte der 33-Jährige.
Unerschütterliches Selbstbewusstsein lebt der kamerunische
Nationalspieler vor. Warum Lautern aufsteigt? „Weil ich da bin“,
erklärte Idrissou. „Das habe ich den Fans versprochen. Sie haben es
verdient, in der 1. Liga zu sein. Wenn einer Tore schießen kann, dann
ich. Ein Mann, ein Wort“, betonte der lange Schlaks mit der großen
Aufstiegserfahrung, der in der regulären Saison mit 17 Toren bester
Schütze des Tabellendritten der 2. Liga war.
Sein Tor im Hinspiel ist der Strohhalm, an den sich alle Anhänger
klammern. Schließlich greift in der Relegation die
Europapokal-Arithmetik. „Ein 2:0 reicht“, meinte Idrissou grinsend.
Das Fritz-Walter-Stadion ist mit 49 780 Zuschauern restlos
ausverkauft. Vorstandschef Stefan Kuntz fordert die für den
Betzenberg typische Stimmung. Die soll den eigenen Fußballern Beine
machen und den Gegner einschüchtern. „Mit den Fans im Rücken ist
alles möglich“, sagte der FCK-Boss.
Daran glaubt auch Idrissou, der sein Team vor wenigen Wochen nach
dem 2:4 bei Energie Cottbus noch als „dümmste Mannschaft der 2. Liga“
bezeichnet hatte. Der Zwist ist mittlerweile ausgeräumt, der gesamte
Verein und das Umfeld sind auf das Ziel Aufstieg fokussiert. „Alle
wollen in die erste Liga, die Fans, die Region, der Verein, die
Spieler. Der FCK ist ein Gesamtkonstrukt, das einfach in die erste
Liga gehört“, erklärte Trainer Franco Foda.
Auch Torwart Tobias Sippel forderte Durchhaltevermögen. „Wir
können doch jetzt nicht aufgeben. Dann bräuchten wir erst gar nicht
anzutreten“, erklärte der 25-Jährige, der wie Rechtsverteidiger
Florian Dick fest vom Erfolg überzeugt ist. „Auf dem Betze können wir
das Ergebnis drehen. Das Auswärtstor war unser Ziel. Nur die Fehler
müssen wir abstellen“, erklärte Sippel.
Ein Fragezeichen steht hinter dem Einsatz von Abwehrspieler Jan
Simunek. Dagegen steht Mittelfeldspieler Kostas Fortounis wieder im
Kader. Wer am Montag aufläuft, sei laut Foda aber egal: „Alle sind
heiß auf das Spiel. Es ist unser Finale, es ist Flutlicht, es ist
Betze und da ist alles möglich.“ (dpa)