Gütersloh/Mainz: Rheinland-Pfalz kommt bei Inklusion langsam voran

Vor fünf Jahren hat sich Deutschland verpflichtet, Schüler mit und
ohne Behinderung gemeinsam zu unterrichten. Rheinland-Pfalz kommt
dabei mit kleinen Schritten voran. Der angestrebte gemeinsame Unterricht
von Schülern mit und ohne Behinderung (Inklusion) kommt in
Rheinland-Pfalz langsam voran. Zu diesem Ergebnis kommt der am
Mittwoch veröffentlichte „Datenreport Inklusion“ der
Bertelsmann-Stiftung. Positiv sei, dass sich die Regelschulen im
Bundesland Förderschülern immer mehr öffnen.
24,9 Prozent der rund 19 700 Förderschüler besuchten im
vergangenen Schuljahr eine Regelschule. Zum Zeitpunkt der
Unterzeichnung der UN-Konvention für den Ausbau des gemeinsamen
Unterrichts vor fünf Jahren waren es noch 16,9 Prozent. Damit liegt
Rheinland-Pfalz etwas unter dem Bundesdurchschnitt von 28,2 Prozent.
Gleichzeitig ist der Anteil der Sonderschüler im Bundesland der
Studie zufolge mit 3,9 Prozent fast gleichgeblieben. Bundesweit
besuchen 4,8 Prozent der Schüler eine Sonderschule. Im vergangenen
Schuljahr verließen 74,9 Prozent der rheinland-pfälzischen Schüler
die Sonderschule ohne Hauptschulabschluss – das sind gut zwei Prozent
mehr als bundesweit. „Rheinland-Pfalz macht bei der Umsetzung der
Inklusion Fortschritte, aber es bleibt noch viel zu tun“, sagte
Bertelsmann-Stiftungs-Vorstand Jörg Dräger. (dpa/lrs)