Handball, 2. Liga: „Rote Teufel“ machen im Abstiegskampf Boden gut – 24:21 gegen EHV Aue

Die „Roten Teufel“ haben ihre Chancen auf den Klassenerhalt gewahrt: Im „Vier-Punkte-Spiel“ gegen den ebenfalls abstiegsgefährdeten EHV Aue hatten sie die besseren Nerven und gewannen 24:21.

 

Nach Niederlagen der anderen Mannschaften im Tabellenkeller der 2. Handball-Bundesliga ist die SG Leutershausen nun nur noch einen Punkt von Nichtabstiegsplatz 17 entfernt. „Wir waren alle platt von den vergangenen Spielen, aber wir haben das Letzte gegeben“, sagte nach dem Spiel ein völlig fertiger, aber glücklicher Manuel Frietsch auf Seiten der SGL, und Kapitän Jochen Geppert – mit sieben Treffern Leutershausens erfolgreichster Werfer – ergänzte: „Es ist schön, dass wir nun wieder ein Ziel vor Augen haben.“ Beide lobten auch an diesem Abend wieder die Leistung von Torhüter Roko Peribonio, der mit seinen 22 Paraden einmal mehr sein Können unter Beweis gestellt hatte. SGL-Coach Marc Nagel zog „den Hut vor dem Willen dieser Mannschaft, die personell stark gehandicapt ist. Wir werden diesen Sieg wirklich genießen. Wir sind jetzt wieder an einem Punkt, den wir uns mitten in der Runde nicht vorstellen konnten.“

 

Für den EHV Aue, der während der Runde noch der aussichtsreichste Aufsteiger aus der 3. Liga war, wird es nach dieser Niederlage unversehens wieder ganz eng im Kampf um den Klassenerhalt: „Wir haben heute nicht gut gespielt, ganz klar. Wir werden uns jetzt voll auf unsere drei verbleibenden Heimspiele konzentrieren und dort alles geben.“

 

Die Spannung war bei beiden Teams von Beginn an zu spüren. Hoch konzentriert gingen sie in die Partie, den Erfolgsdruck im Nacken. Leutershausen kam mit dieser Situation zunächst besser zurecht. Mit einer beweglichen und körperlich kraftvollen Abwehr hielten die Mannschaft von Holger Löhr und Marc Nagel die Sachsen in Schach, während sie im Angriff den Defensivblock der Gäste variantenreich vor immer neue Aufgaben stellte. So entspann sich eine Partie, die zwar von nicht allzu vielen Toren, aber dennoch hoher Intensität geprägt war. Die Hausherren gingen nach drei Minuten 3:0 in Führung, erhöhten dann auf 4:1 und hielten diesen Stand. In der 13. Minute zog Aues Coach Runar Sigtryggsson bereits zum ersten Mal die grüne Karte. Die Auszeit veränderte das Auftreten der Gäste, die nun einen stärkeren Zug zum Tor bewiesen – und trafen. In der 17. Minute markierte Eric Meinhardt das 5:5. Auszeit nun auf Seiten der SGL, und auch diesmal wirkte die Zusammenkunft an der Bank: Mit zwei schnellen Toren verschafften sich die „Roten Teufel“ wieder etwas Luft, unter anderem traf Kapitän Jochen Geppert wieder, der nach einer überstandenen Seitenstrang-Angina zum ersten Mal wieder mit auflief. Aue zog sich wieder zum Ausgleich heran, wobei in dieser Phase beide Teams in ihren Torhütern einen starken Rückhalt fanden: Sowohl Roko Peribonio als auch Sveinbjörn Petursson im Gäste-Tor vereitelten Chance um Chance. Mit leichten Vorteilen für Leutershausen und einem Spielstand von 12:10 ging es in die Pause.

 

Nach dem Wiederanwurf musste Leutershausen zunächst den Verlust von Kreisläufer Philipp Müller verkraften. Er hatte sich kurz vor der Pause bei einer Abwehraktion die Oberlippe durchgebissen, konnte nicht zurück aufs Feld. Seine Kollegen hängten sich um so mehr ins Zeug. Durch zwei schnelle Geppert-Tore lagen sie in der 33. Minute vier Tore in Front. Aber der 40. Minute aber gönnten sich die Gastgeber einen Durchhänger: Aue kam wieder bis auf ein Tor heran. Zehn Minuten vor dem Ende deutete sich eine abermals Nerven strapazierende Schlussphase an. Gut 600 Zuschauer gaben alles, um ihre Mannschaft nach vorne zu peitschen. Das Spiel nahm noch einmal an Härte zu, zwei Minuten vor dem Ende und beim Stand von 22:21 glich die Heinrich-Beck-Halle einem Tollhaus. Einen Forstbauer-Kracher, eine Peribonio-Parade und einen Gunst-Treffer später war alles klar: Die „Roten Teufel“ wahrten die Führung und gewannen am Ende 24:21. (rk)

 

SG Leutershausen: Peribonio, Hübe, Christian, Frietsch 1, Gunst 3/2, Müller , Forstbauer 6, Ruß 2, Prestel, Volk 1, Geppert 7, Conrad 3, Engels 1.

EHV Aue: Petursson, Meinl, Schäfer 1, Meinhardt 5/1, Roch, Rothenburger, Berthold 3, Roth, Hansen, Jaanimaa 2, Brykner 5, Mägi 4, Vesely, Uematsu 1

RNF berichtet über dieses Spiel ausführlich in der nächsten Ausgabe der Sendung „7 Meter“. Sendezeiten:

  • Mittwoch, 18:45 Uhr
  • Freitag, 21:45 Uhr 
  • Samstag, 19:45 Uhr 
  • Sonntag, 19:30 Uhr