[VIDEO] Handball: Heftige Kritik am DHB

Mit starken Worten übt der Sportliche Leiter und Gesellschafter der SG Leutershausen, Uli Roth, Kritik am Deutschen Handball-Bund und der DKB Handball-Bundesliga (HBL). In der Diskussionsrunde „Zur Sache“ des Rhein-Neckar Fernsehens prangerte er insbesondere an, dass die Dachorganisationen des Handballs nicht alle Möglichkeiten ausschöpften, den Sport publikumswirksam zu vermarkten. [Hinweis: Das Video der Sendung finden Sie am Ende dieses Berichts.]

„Was vom Verband ausgeht, ist dilettantisch und lächerlich“, so Roth wörtlich. Er kritisierte unter anderem, dass der Verband nicht stärker auf die Kompetenz und Qualifikation seiner ehemaligen Nationalspieler zurückgreife: „Es gibt kein offizielles Netzwerk der ehemaligen Nationalspieler. Die Traditionsmannschaft beispielsweise organisiert sich selbst. Dabei sind unter diesen ehemaligen Spielern viele, die ihre Erfahrung und ihr Know-How einbringen und den Sport positiv befruchten könnten. Wenn ich für mich spreche, muss ich sagen, dass ich nach meiner Zeit als Rekord-Nationalspieler nie mehr etwas vom Verband gehört habe.“

In derselben Runde bekräftigte der Geschäftsführer der Rhein-Neckar-Löwen, Thorsten Storm, die Vorwürfe: „Schauen Sie sich nur einmal unseren Spieler Uwe Gensheimer an. Er hat auf Facebook 50.000 Fans. Und er kommuniziert mit ihnen. Der DHB macht das nicht. Ich sehe da in der Öffentlichkeitsarbeit Defizite.“ Tatsächlich hat die Fan-Seite Gensheimers in dem sozialen Netzwerk mehr als 40.600 „Gefällt mir“-Klicks; die Seite des Deutschen Handballbundes 414. Die DKB Handball-Bundesliga kommt auf 60.400 „Likes“.

Beiden Managern bereitet Sorgen, dass von den Dachorganisationen zu wenig für die Außendarstellung getan wird. „Die Kommunikation nach innen ist grausam, und nach außen ist sie noch gausamer“, so Uli Roth, „die Vermarktung der Länderspiele ist ein Debakel. Da wird zu viel dem Zufall überlassen.“ Thorsten Storm würde die Nationalmannschaft gerne als „Boygroup“ sehen – die Metapher für ein Team, das in breiten Schichten der Bevölkerung Euphorie auslöst. Grundsätzlich kranke es der Liga darüber hinaus an Unübersichtlichkeit und Unzuverlässigkeit: „Wer eine Karte kauft, kann sich nicht einmal sicher sein, dass das Spiel nicht noch kurzfristig verschoben wird.“

Einig waren sich die beiden Funktionäre darüber, dass der Handball durch seine Schnelligkeit, Spannung und eine gut ausgebaute Infrastruktur attraktiv genug sei, ein ausreichend großes Publikum anzuziehen – wenn die Rahmenbedingungen besser gesetzt würden.

Der Sender hatte die HBL zur Teilnahme an der Diskussion eingeladen. Die Liga sah aber keine Möglichkeit, einen Gesprächspartner zu entsenden.

Die Sendung „Zur Sache“ ist im Rhein-Neckar Fernsehen in den Kabelnetzen der Metropolregion Rhein-Neckar sowie europaweit über Satellit Astra zu folgenden Zeiten noch einmal zu sehen:

Samstag, 6. Juli, 17:00 und 21:30 Uhr
Sonntag, 7. Juli, 18:00 und 22:00 Uhr
Montag, 9. Juli, 00:30 Uhr

Hier ist die komplette Sendung online zu sehen: