Handball: Löwen verlieren in Kielce

Für die Handballer der Rhein-Neckar Löwen ist der Gruppensieg in der Champions League nach der 27:28-Niederlage bei KS Vive Tauron Kielce praktisch futsch. Der Ärger darüber hält sich in Grenzen, Trainer Jacobsen freut sich mehr über die Leistungen seiner Ersatzspieler. Ein bisschen Stolz, ein bisschen Ärger – so richtig konnte Nikolaj Jacobsen seine Gefühle nicht beschreiben. Der Handball-Trainer der Rhein-Neckar Löwen hatte einen starken Auftritt seiner umgebauten Mannschaft in der Champions League gesehen, dennoch ging die Begegnung beim polnischen Spitzenverein KS Vive Tauron Kielce am Samstag mit 27:28 (10:12) verloren. Der Gruppensieg ist
damit futsch – er war aber auch nie das Ziel des Bundesliga-Tabellenführers. Jacobsen hatte sein Team deswegen auf europäischer Bühne wieder einmal kräftig durcheinandergewürfelt. Abwehrchef Gedeón Guardiola erholte sich in der Heimat von einer Zerrung. Patrick Groetzki gehörte ebenfalls nicht zum Kader. Nach überstandenem Wadenbeinbruch hatte der Nationalspieler zuletzt im Bundesliga-Topspiel gegen die SG Flensburg-Handewitt sein Comeback gefeiert, doch am Wochenende
schickte Jacobsen ihn in den Kraftraum. Kapitän Uwe Gensheimer kam nur bei Siebenmetern aufs Feld, Weltklasse-Spielmacher Andy Schmid nur im Angriff bei Über- und Unterzahlsituationen. „Wir haben gesehen, was passiert, wenn die Belastung zu hoch ist“, sagte Jacobsen mit Blick auf Gensheimer und Groetzki, die beide verletzungsbedingt die Europameisterschaft verpassten. In Kielce mussten es deshalb andere richten – und die machten ihre Sache richtig gut. Mads Mensah Larsen glänzte als torgefährlicher Spielmacher. Torwart Borko Ristovski, der den Vorzug vor Stammkeeper Mikael Appelgren erhielt, zeigte ebenfalls eine starke Leistung. Dank seiner Paraden
wäre den Nordbadenern nach einem 25:28-Rückstand (58.) fast noch der Ausgleich gelungen. Doch Ex-Löwen-Schlussmann Slawomir Szmal wehrte den letzten Wurf von Schmid ab. „Wenn man am Ende den Ball und die Chance auf das Unentschieden hat, will man natürlich auch den Punkt mitnehmen. Für dieses Spiel müssen wir uns eigentlich belohnen. Als Profisportler will man punkten“, sagte Teammanager Oliver Roggisch. Auch der zuletzt nur sporadisch eingesetzte Stefan Kneer, in der
Hinrunde noch unumstrittener Stammspieler, nutzte seine Chance. „Der Trainer hat gesehen, dass er sich auch auf die Leute verlassen kann, die sonst nicht häufig spielen“, urteilte Hendrik Pekeler. Die Löwen sind gut aufgestellt – auch in der Breite. Das ist wichtig angesichts des Mammutprogramms in drei Wettbewerben. Der Bundesliga-Titel genießt weiterhin höchste Priorität und am Mittwoch (19 Uhr) soll im Pokal-Viertelfinale gegen die MT Melsungen auch der Sprung ins Final Four um den DHB-Pokal gelingen. „Die Endrunde in Hamburg ist unser Ziel“, betonte Pekeler. (dpa)