Heidelberg: Bauer befürchtet Spaltung der Gesellschaft

Die Heidelberger Grünen-Politikerin und baden-württembergische Wissenschaftsministerin Theresia Bauer sieht die Gesellschaft vor der Landtagswahl am 13. März gespalten. „Es gibt in der Tat eine Polarisierung“, sagte Bauer in einem Interview mit Blick auf die gestiegenen Umfragewerte der regierenden Grünen einerseits und der rechtskonservativen Alternative für Deutschland (AfD) andererseits. Nach dem Lesen des AfD-Wahlprogramms warf sie dem politischen Gegner eine „tiefe Sehnsucht nach Vergangenheit“ vor. „Das Programm ist mit einer nationalistischen und mit einer gesellschaftlichen Retro-Perspektive aufgesetzt“, sagte die Abgeordnete aus Heidelberg. Die Wahl werde zeigen, ob es „einen relevanten Teil der Gesellschaft gibt, der offenkundig nicht zurechtkommt mit der Globalisierung und mit der Aufweichung von Familienbildern und tradierten Geschlechterrollen“. Bauer zeigte sich zudem besorgt wegen der „antieuropäischen Kraft“, die sich zusammenballe. „Europa steht derzeit auf der Kippe“, mahnte sie. „Wir müssen sehr viel deutlicher um Akzeptanz und Mehrheiten ringen.“ Mit Blick auf die Flüchtlingsdebatte betonte sie, dass sich die Grünen bereits in den 1980er Jahren vom Konzept der offenen Zuwanderung verabschiedet hätten. „Wir brauchen steuerbare Zuwanderung. Ein Einwanderungsgesetz ohne gleichzeitige Definition von Grenzen funktioniert nicht“, sagte sie. (dpa)