Heidelberg: Gemütliches Willkommenszentrum

Heidelberg (dpa/lsw) – Heidelberg will Neuzuwanderer in Zukunft
herzlicher empfangen. „Sie müssen nicht überversorgt werden, aber sie
müssen ernst genommen werden“, sagte Oberbürgermeister Eckart Würzner
(parteilos) der Nachrichtenagentur dpa. Im Sommer soll ein
internationales Willkommenszentrum eröffnen – gedacht als
Kulturzentrum mit integrierter Ausländerbehörde. Der Umbau läuft.
„Wir sind als Stadt dringend auf Fach- und Führungskräfte
angewiesen“, sagte Würzner. Die Willkommenskultur des Zentrums richte
sich aber ausdrücklich auch an Flüchtlinge.
Neben den üblichen Behördengängen sollen Migranten dort auch Lesungen
und Vorträge geboten werden. „Jeder, der zu uns kommt, ist am Anfang
ein Suchender, er soll sich erst einmal wohlfühlen“, sagte Würzner.
Kulturelle Vielfalt sei wichtig, damit sich Migranten überhaupt in
Heidelberg niederließen. „Wir sind eine Stadt, die schon immer davon
gelebt hat, dass Menschen aus dem Ausland sich hier wohlfühlen.“
Die Initiatoren wollen in dem „International Welcome Center“ daher
eine angenehme, gemütliche Atmosphäre schaffen: Begrüßung in der
eigenen Landessprache, Kaffee und Tee und die Möglichkeit, Kontakte
zu knüpfen, um sich in der neuen Heimat zu vernetzen. „Es sollte
jeder Andockpunkte zu seiner eigenen Kultur finden“, sagte der
Oberbürgermeister. „Ein so weitgehendes Modell kenne ich in dieser
Form bislang noch nicht.“
Eine Behörde aufzusuchen, sei für viele Migranten eine Hürde. Das
neue Zentrum solle helfen, Berührungsängste abzubauen. „Man sollte
sich auch anvertrauen können.“ Die Ausländerbehörde sei bislang eine
Selektions- und Prüfungsbehörde, das solle sich ändern, sagte
Würzner. „Bisher warten diese Menschen dort an der Tür, bis sie
eingelassen werden und werden dann namentlich erfasst. Das ist alles
andere als eine Willkommensgeste.“ Für das Projekt nimmt die Stadt
laut Würzner mehr als eine halbe Million Euro in die Hand.
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