Heidelberg: Landeserstaufnahmeeinrichtungen werden bald videoüberwacht

Landeserstaufnahmeeinrichtungen für Flüchtlinge in Baden-Württemberg sollen künftig videoüberwacht werden. Derzeit werde jedes Objekt daraufhin überprüft, ob eine solche Überwachung notwendig und mit dem Datenschutz vereinbar sei, sagte der Leiter der operativen Stabsstelle beim Land für Flüchtlingsangelegenheiten, Hermann Schröder, am Dienstag in Heidelberg. In den nächsten Wochen würden die Maßnahmen dann umgesetzt. Ziel der Videoüberwachung sei es, die Menschen in den Einrichtungen zu schützen. In voll belegten Flüchtlingsunterkünften, in denen die Menschen lange
auf die Registrierung und auf ihren Asylantrag warten müssten, sei die Lage sehr angespannt. Es gebe immer wieder Auseinandersetzungen, sagte Schröder. Das lange Warten führe zu Hoffnungslosigkeit, und oft sei auch Alkohol im Spiel. Um Spannungen zu verhindern, würden die Flüchtlinge manchmal auch nach Ethnien und Religionen getrennt untergebracht. Dies sei aber nicht überall möglich. Die zentrale Registrierungsstelle, die derzeit in Heidelberg eingerichtet werde, solle Abhilfe schaffen. Durch sie könnten Flüchtlinge innerhalb kürzester Zeit registriert werden und ihren Asylantrag stellen. Ab Montag werde die Registrierungsstelle voll einsatzfähig sein, kündigte Schröder an. Dann würden die ersten Mitarbeiter des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) in Heidelberg eintreffen, sodass direkt vor Ort auch Asylanträge gestellt werden könnten. (dpa/lsw)