Heidelberg: Leichenpräparator von Hagens erhält 210 000 Euro für Imageschaden

Im langjährigen Gezerre um seinen in China erworbenen Professorentitel haben sich der umstrittene Leichenpräparator Gunther von Hagens und das Land Nordrhein-Westfalen  vor Gericht geeinigt. Der 69-jährige Wissenschaftler soll eine Ausgleichszahlung von rund 210 000 Euro für den erlittenen Imageschaden erhalten, wie das Institut für Plastination am Donnerstag in Heidelberg mitteilte. Das NRW-Wissenschaftsministerium bestätigte den Vergleich.
Der Heidelberger Mediziner Von Hagens hatte das Land wegen ungerechtfertigter Strafverfolgung und Rufschädigung auf Schadenersatz verklagt. Zunächst hatte er auf eine Wiedergutmachung in Höhe von 2,2 Millionen Euro gepocht.
Der Erfinder der Leichenschau „Körperwelten“ war im Jahr 1999 in China für die Dauer von fünf Jahren zum Gastprofessor ernannt worden.
Das NRW-Ministerium hatte dem Mediziner jedoch auferlegt, den Titel „Professor“ in Deutschland nur mit dem Zusatz „RC“ oder „VRC“ für
China zu tragen. Das Ministerium war damals bundesweit für Genehmigungen zum Führen ausländischer Titel zuständig. Von Hagens ließ den Zusatz jedoch weg und handelte sich ein Strafverfahren wegen Titelmissbrauchs ein. Von den Vorwürfen wurde er 2011 vom Oberlandesgericht Karlsruhe freigesprochen.(lsw/mf)