Heidelberg: Robert-Koch-Preis an Prof. Dr. Ralf Bartenschläger

Der Heidelberger Wissenschaftler Ralf Bartenschläger bekommt den mit 100.000 Euro dotierten Robert-Koch-Preis. Er teilt ihn sich mit dem amerikanischen Forscher Charles M. Rice. Der Preis würdigt die – wie es heißt – bahnbrechenden Arbeiten der beiden Molekularbiologen, die sich mit Zellvermehrungssystemen für Hepatitis-C-Viren beschäftigt haben. Damit wurden laut einer Mitteilung der Universität Heidelberg die Grundlagen für Tests von effektiven neuen Substanzen gegen die Leberzellinfektion geschaffen. Professor Dr. Ralf Bartenschläger ist Leitender Direktor der Abteilung Molekulare Virologie an der Universität Heidelberg. Gleichzeitig leitet er den Forschungsschwerpunkt Infektionen und Krebs am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg.

Der zweite Robert-Koch-Preisträger, Professor Dr. Charles M. Rice, ist Direktor des interdisziplinären „Centers for the Study of Hepatitis C“ an der Rockefeller University, New York, USA. Beide Preisträger haben zum Verständnis des Lebenszyklus der Hepatitis-C-Viren beigetragen. Es gelang ihnen, vielversprechende antivirale Ziele zu identifizieren und Virusvermehrungsysteme in Zellkulturen für die Grundlagenforschung zu etablieren, die auch für Arzneimittel-Screening und Prüfsysteme genutzt werden können.

Die HCV-Infektion kann bei chronischem Verlauf zu Leberzirrhose und Leberzellkarzinom führen. Mit neuen durch diese Grundlagenforschung katalysierten Therapieoptionen besteht nun die Möglichkeit, das Virus dauerhaft in der überwiegenden Mehrheit der behandelten Patienten zu eliminieren. Weltweit sind etwa 170 Millionen Menschen mit dem HC-Virus infiziert, in Deutschland 400.000 bis 500.000 Personen.