Heidelberg: Uniklinik gegen angekündigte Warnstreiks – „Nicht nachvollziehbar“

Im Tarifstreit um eine Entlastung der Pflegekräfte hat die Leitung der Uniklinik Heidelberg die für Donnerstag und Freitag geplanten Warnstreiks kritisiert. Die Terminierung und Intensität des Streiks seien vor allem auch vor dem Hintergrund der gut laufenden Verhandlungen nicht nachvollziehbar, heißt es. Verdi hat am 22. und 23. März Warnstreiks in Heidelberg, Tübingen und Freiburg angekündigt. Eine Gewerkschaftssprecherin verteidigte dagegen die Aktionen: Es sei kein verbessertes Angebot vorgelegt worden. Die Darstellung der Arbeitgeber, es gebe eine Einigung in vier von fünf Punkten, sei nicht richtig. In den Unikliniken in Baden-Württemberg arbeiten insgesamt 27 000 Beschäftigte. Aus Sicht der Gewerkschaft reichen 120 Stellen mehr für die vier Häuser nicht. Der Arbeitgeberverband der Unikliniken hatte betont, aus seiner Sicht seien die Häuser besser aufgestellt als viele andere Kliniken in Deutschland. Dem widerspricht Verdi. „Die Arbeitgeber hatten die Festschreibung von Schichtbesetzungen für 10 bis 20 Pflegebereiche pro Standort angeboten, berechnet nach zwei etablierten Verfahren. Diese oder ähnliche Verfahren werden allerdings bereits an allen Standorten angewandt. Die Festschreibung wäre eine Tarifierung des Status Quo und bringt nicht das dringend benötigte zusätzliche Personal. Die daraus resultierenden Besetzungen sind in vielen Bereichen nicht ausreichend. Sie führen vor allem dann, wenn sie unterschritten werden, weil es beispielsweise Krankheitsausfälle gibt, zu erheblichen Überlastungen des Pflegepersonals.

Am 22.März. startet um 14.30 Uhr mit einer Auftakt-Kundgebung an der Chirurgischen Klinik (Im Neuenheimer Feld 110) die Demo über die Bergheimer Straße/ den Bismarckplatz zum Universitätsplatz in der Innenstadt. Dort spricht bei der Abschluss-Kundgebung u.a. ver.di-Landesleiter Martin Gross. Auch streikende Pflegekräfte werden sich zu Wort melden. Solidarische BürgerInnen beteiligen sich unter dem Motto „Seite an Seite für mehr Personal“ an der Demo.(dpa/sab/wg)