Heidelberg: Virologe bekommt Preis für Hepatitis-Forschung

Heidelberg (dpa/lsw) – Das Hepatitis-C-Virus beschäftigt den Heidelberger Virologen Ralf Bartenschlager schon seit mehr als 20 Jahren – mit der Verleihung des mit 250.000 Euro dotierten Lautenschläger-Preises am Freitag (6. Dezember) kann er seine Forschungen jetzt vertiefen. Er werde nun untersuchen, weshalb die chronische, vom Hepatitis-C-Virus ausgelöste Krankheit so häufig zu Leberschäden bis hin zu Leberkrebs führe, sagte der Wissenschaftler von der Medizinischen Fakultät der Uni Heidelberg.

Es gehe dabei um die Wechselwirkung zwischen dem Virus und der infizierten Zelle. «Das kann man mit bestimmter Mikroskoptechnik live beobachten», sagte er. «Ich brauche aber Leute, die diese Mikroskopie-Methoden beherrschen.» Mit dem Geld werde er daher zusätzliche Forscher einstellen.

Bartenschlagers Entdeckungen hätten den Grundstein für die Entwicklung neuer Medikamente und Impfstoffe gelegt, heißt es in der Begründung für die Preisvergabe. Preisstifter ist der Gründer des Finanzdienstleisters MLP, Manfred Lautenschläger.

Der Forschungspreis geht seit 2001 alle zwei Jahre an international anerkannte Wissenschaftler der Universität Heidelberg sowie an ausländische Forscher, die in Verbindung zu der Hochschule stehen.