Heidelberg: Zentralrat Deutscher Sinti und Roma: Flüchtlinge nicht abstempeln

Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma hat davor gewarnt, Gruppen von Flüchtlingen gegeneinander auszuspielen. „Man kann es sich nicht einfach machen und mit diesen Parolen arbeiten: Wirtschafts- und Armutsflüchtlinge sowie Flüchtlinge, die in unser Sozialsystem einwandern“, sagte Romani Rose, Präsident des in Heidelberg ansässigen Verbands der Deutschen Presse-Agentur. „Kein Mensch verlässt seine Heimat gern.“ Einige Politiker wollten Wähler mit der Aussage beruhigen, Kriegsflüchtlinge aufzunehmen, Asylbewerber etwa vom Balkan aber zurückzuschicken. Diese gehören häufig der Minderheit der Roma an, ihre Anerkennungsquote ist gering. Die Entscheidung über weitere sichere Herkunftsländer werde kaum Auswirkung auf die Flüchtlingszahlen haben, sagte Rose. Nach Angaben
des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge kamen im August rund ein Drittel aller Flüchtlinge aus Albanien, Serbien, Mazedonien, Kosovo, Bosnien und Herzegowina sowie Montenegro nach Deutschland, insgesamt knapp 12 000 Menschen.  Das System der sicheren Herkunftsländer sei nicht angemessen, sagte Rose. Zwar gebe es keine Verfolgung von Roma, aber häufig „unwürdige Zustände“: In einigen Staaten hätten sie keinerlei Perspektive, lebten abgeschottet und seien Gewalt und Rassismus ausgesetzt. Daher müsse Deutschland Asylanträge sorgfältig prüfen. Krieg gebe es auf dem Balkan nicht. „Ich möchte nicht das Schicksal der Syrer mit dem Schicksal der Roma auf dem Balkan vergleichen“, sagte Rose. Nötig sei, Armut als Fluchtursache in den Herkunftsländern zu bekämpfen. Daneben brauche es legale Wege für Einwanderer, die in Deutschland Arbeit haben. (dpa/lsw)