Heidelberger Stückemarkt: Maria Milisavljevic gewinnt Autorenpreis

Der mit 10 000 Euro dotierte Autorenpreis des Heidelberger Stückemarkts geht in diesem Jahr an Maria Milisavljevic. Die 1982 geborene Dramaturgin und Regisseurin aus Arnsberg gewann den Preis laut Mitteilung für ihr Stück „Beben“. In mehreren Erzählsträngen zeigt die Kleist-Förderpreisträgerin (2013) mit unterschiedlichen Personen auf, wie virtuelle und reale Gewalt zusehends in der Gegenwart ineinanderfließen und auch Computerspiele zur schockierenden Wirklichkeit werden können. Der belgische Autor Thomas Depryck erhielt für „Le Réserviste“ (Der Reservist) den mit 5 000 Euro dotierten Internationalen Autorenpreis des renommierten Festivals. Im dem mit viel Sprachwitz gewürzten Stück hat sich die zentrale Figur bewusst gegen einen Job entschieden. Sie verortet sich mutwillig außerhalb des Arbeitsmarktes und will damit der Gesellschaft als mögliche Reserve einen Dienst erweisen.
Der zum fünften Mal vergebene „JugendStückePreis“ ging an die Uraufführung „Es bringen“ nach dem Roman von Verena Güntner des Jungen Schauspielhauses Düsseldorf. Die Jurorin Mounia Meiborg wählte für den „NachSpielPreis“ als beste Produktion „Furcht und Ekel. Das Privatleben glücklicher Leute“ von Dirk Laucke aus, das am Schauspiel Köln von Pinar Karabulut inszeniert wurde.
Bei dem neuntägigen und zum 33. Mal veranstalteten Festival für zeitgenössische Dramatik und neue Autoren war in diesem Jahr Belgien das Gastland. In verschiedenen Stücken ging es immer wieder um die Auseinandersetzung mit Terrorismus und Anschlägen auf die Zivilgesellschaft.
Der Stückemarkt des Heidelberger Theaters hat sich auf die Entdeckung von unbekannten Autoren und Schauspielern spezialisiert und zudem zu einem beliebten Treffpunkt der deutschen Theaterszene entwickelt. dpa/feh