Heppenheim: Befürworter der Odenwaldschule klagen vorsorglich gegen Behörden

Die Befürworter einer Neuauflage der insolventen Odenwaldschule haben beim Verwaltungsgericht Darmstadt Klage gegen den Ablehnungsbescheid der Aufsichtsbehörden eingereicht. Damit sollen rechtliche Fristen gewahrt werden, wie die Sprecherin der Initiatorengruppe, Gaby Magsam, am Dienstag mitteilte. Es gebe noch einige Fragen zu klären. Die Befürworter eines neuen Konzepts haben vor, die Privatschule in kleinerer Form fortzusetzen. Sie soll „Schuldorf Lindenstein“ heißen. Die Aufsichtsbehörden hatten Ende des vergangenen Jahres dem Konzept erneut eine Absage erteilt. Ein im September 2015 bekanntgegebenes „Nein“ zu den Plänen der Initiatorengruppe wurde bekräftigt. Nach wie vor sei nicht klar belegt, wie das Schuldorf wirtschaftlich geführt werden kann.  An der Odenwaldschule waren kurz vor deren 100-jährigem Bestehen lange zurückliegende sexuellen Übergriffe von Lehrern auf Schüler bekanntgeworden. Die Zahl von 132 Opfern gilt als offiziell, ausgegangen wird aber von bis zu 500. Der Missbrauchsskandal machte der Schule schwer zu schaffen. Die Zahl der für das Internat zahlenden Schüler ging zurück, Kritiker sprachen auch von Missmanagement. Schließlich musste die Schule Insolvenz anmelden. (dpa/lhe)