Heppenheim: Verfahren um Odenwaldschule – Kreis weist Vorwürfe zurück

Der Landkreis Heppenheim hat Vorwürfe zurückgewiesen, er verschleppe das Genehmigungsverfahren für einen Weiterbetrieb der insolventen Odenwaldschule. „Wir haben großes Interesse daran, das Bildungsangebot am Standort der Odenwaldschule aufrechtzuerhalten“, sagte Vize-Landrat und Sozialdezernent Matthias Schimpf (Grüne) am Freitag der Deutschen Presse-Agentur.
Die von einer Elterninitiative eingereichten Unterlagen für ein geplantes „Schuldorf Lindenstein“ müssten aber sorgsam geprüft werden. „An vorderster Stelle steht dabei das Kindeswohl“, sagte der
Politiker. Die Initiative, Altschülervereinigung und Förderkreis hatten den Behörden zuvor vorgeworfen, das Genehmigungsverfahren mit einer Flut an Rückfragen unnötig in die Länge zu ziehen.
Der Kreis ist als Aufsichtsbehörde für die Genehmigung des geplanten Internats zuständig. Zuvor muss jedoch das Staatliche Schulamt Heppenheim einem Schulbetrieb zustimmen. Dessen kommissarischer
Leiter Andreas Dähn gab am Freitag jedoch keine Auskunft über den Stand des Verfahrens.
An der privaten Odenwaldschule war vor fünf Jahren ein lange zurückliegender Missbrauchsskandal ans Licht gekommen. Die Zahl der zahlenden Internatsschüler ging daraufhin stark zurück, die Schule stellte Insolvenzantrag. Eine Gruppe von Eltern will Schule und Internat unter den Namen „Schuldorf Lindenstein“ weiterführen.(dpa/lhe)