[AKTUALISIERT] Herxheim: Erneut Feuer in Flüchtlingsheim

In einer Flüchtlingsunterkunft im südpfälzischen Herxheim hat es gebrannt. Neun Asylbewerber, die in Zimmern in dem Gebäude untergebracht waren, sowie ihr Betreuer blieben in der Nacht zum Donnerstag unverletzt, wie die Polizei in Ludwigshafen und die Feuerwehren berichteten. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun wegen versuchten Mordes und schwerer Brandstiftung. RNF berichtet am Abend ausführlich in RNF LIFE.

Das Feuer brach in einem Tribünengebäude des Waldstadions von Herxheim aus. Dort hat der Ortsverein des Deutschen Roten Kreuzes Räume, in denen in den vergangenen Wochen auch Kleider für Flüchtlinge gesammelt worden waren. Das Feuer soll in der Kleiderkammer im Dachgeschoß des Gebäudes ausgebrochen sein. Nach Angaben der Polizei Rheinpfalz ist Brandstiftung nicht auszuschließen.

Bei einer Pressekonferenz im Herxheimer Rathaus am Morgen zeigte sich die rheinland-pfälzische Integrationsministerin Irene Alt entsetzt. Nach einem Besuch am Brandort sei sie schockiert, sagte sie. Nach dem Brand von vergangener Woche sei aktuell wohl auch von einem Anschlag auszugehen. Für morgen (18.00 Uhr) haben die Gemeinde Herxheim sowie der Kreis Südliche Weinstraße zu einer Solidaritätskundgebung aufgerufen. An dieser Demo gegen Fremdenhass will die Ministerin teilnehmen: „Wir sind froh, dass wir zusammenstehen können.“

Für den späten Nachmittag hat sich Ministerpräsidentin Malu Dreyer in Herxheim angekündigt.

Die in dem Gebäude wohnenden Flüchtlinge, die aus Iran, Irak, Eritrea und Ägypten stammen, wurden in andere Unterkünfte gebracht. Bei den Löscharbeiten wurde ein Feuerwehrmann leicht verletzt. Er kam in ein Krankenhaus, konnte es aber kurz darauf nach einer Behandlung wieder verlassen. Insgesamt waren den Angaben zufolge rund 150 Einsatzkräfte am Ort. Der Brand sei mittlerweile unter Kontrolle, Nachlöscharbeiten seien aber noch notwendig.

In Herxheim war bereits Ende vergangener Woche ein Brandanschlag auf eine geplante Asylbewerberunterkunft verübt worden. Die Täter warfen in dem Fall nach früheren Angaben der Polizei in der Nacht auf Freitag drei mit einer unbekannten Flüssigkeit gefüllte Kanister über ein Oberlicht in das Gebäude. Ein Kanister war in Flammen aufgegangen, Decke und Bodenbelag waren leicht verschmort worden.

Der Leitende Oberstaatsanwalt Dr. Detlef Winter bestätigte in der Pressekonferenz, dass es sich bei dem Brand von vergangener Woche um einen Anschlag handelte. Die Ermittler verfolgten eine heiße Spur. (lrs/wg/rk / Dieser Beitrag wird fortwährend aktualisiert.)