Herxheim: Ministerpräsidentin Dreyer „erschüttert“

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) hat sich vom neuerlichen Brand in einer Flüchtlingsunterkunft im südpfälzischen Herxheim erschüttert gezeigt. Bei einem Besuch am Donnerstagabend ließ sie sich vom Korb einer Feuerwehrleiter die Brandstelle von oben zeigen. „Das hat mich erschüttert und das ganze Ausmaß des Brandes gezeigt“, sagte sie. „Auch wenn man nicht weiß, ob es sich um einen Anschlag handelt, ist es wichtig, hier Flagge zu zeigen.“ Dreyer fügte hinzu: „Gott sei Dank ist kein Mensch zu Schaden gekommen.“ Sie war direkt vom SPD-Bundesparteitag in Berlin nach Herxheim gereist.

Besorgte Bürger wollen nach den zwei Bränden an diesem Freitag (18.00
Uhr) ihre Solidarität mit Asylbewerbern zeigen. Geplant ist eine „Kundgebung für ein faires Miteinander in Respekt und Toleranz“ vor dem Rathaus.

Das Feuer war am frühen Donnerstagmorgen im Tribünengebäude des Waldstadions ausgebrochen, in dem neun Flüchtlinge untergebracht waren (wir berichteten). Sie blieben laut Polizei unverletzt und kamen in andere Unterkünfte. Ob das Feuer vorsätzlich gelegt wurde und es sich möglicherweise um einen fremdenfeindlichen Anschlag handelte, konnte die Polizei zunächst nicht sagen. Es bestehe der Verdacht auf eine Straftat, sagte ein Sprecher des Präsidiums Rheinpfalz.

In Herxheim war erst Ende vergangener Woche ein Brandanschlag auf eine
geplante Asylbewerberunterkunft verübt worden. Dabei war ein Kanister
in Flammen aufgegangen, Decke und Bodenbelag wurden leicht verschmort. Die Staatsanwaltschaft verfolgt nach eigenen Angaben bei
ihren Ermittlungen „eine heiße Spur“. (dpa/wg)