Hockenheimring: Ecclestone will „Vertrag beenden“

Hiobsbotschaft für den Hockenheimring? Nach der Vereinbarung über jährliche Formel 1-Rennen am Nürburgring steht der Rennkurs südlich von Mannheim vor
einer ungewissen Zukunft. Fraglich bleibt, ob neben dem Nürburgring weiterhin auch auf der nordbadischen Traditionsstrecke gefahren wird. Auslöser für den Streit ist ein am Dienstag angekündigter Fünfjahres-Deal des Nürburgrings mit Chefvermarkter Bernie Ecclestone für den deutschen Grand Prix von 2015 an. Der neue Strecken-Besitzer Capricorn Nürburgring GmbH (CNG) verkündete die Vereinbarung am
Dienstag und brüskierte damit die Betreiber des Hockenheimrings. „Ich habe mich mit den Leuten von Capricorn getroffen und mit ihnen besprochen, wie wir mit ihnen einen längerfristigen Vertrag abschließen können. Ich bin dazu bereit“, sagte zudem Ecclestone in der Online-Ausgabe der Zeitschrift „auto motor und sport“.

Gleichzeitig deutete der 83-jährige Brite an, dass der laufende Vertrag mit Hockenheim und dem Nürburgring über die alternierende Austragung des Großen Preises von Deutschland eine Ausstiegsklausel hat. Demnach ist der Vertrag offenbar kündbar, wenn ein Veranstalter in Deutschland zu besseren Konditionen abschließen kann. „Wir werden den Vertrag mit Hockenheim respektieren. Wenn wir mit dem Nürburgring ein langfristiges Abkommen abschließen, dann ist es das Beste, den
bestehenden Vertrag zu beenden und bereits 2015 mit dem neuen zu beginnen“, erklärte Ecclestone.

Bisher sieht der Vertrag vor, dass bis 2018 das prestigeträchtige Rennen im jährlichen Wechsel in Hockenheim und am Nürburgring ausgetragen wird. Der Hockenheimring will dem Nürburgring aber nicht die Rennen in den Jahren 2016 und 2018 überlassen. Am 20. Juli fährt die Formel 1 das nächste Mal auf der nordbadischen
Strecke, auch für 2016 und 2018 hat der Kurs nach eigenen Angaben einen gültigen Vertrag mit Ecclestone für den Großen Preis von Deutschland. Auf diesen Kontrakt will Hockenheim bestehen. 40 Mal gastierte die Formel 1 bereits am Fuße der Nürburg. Zwölfmal wurde das Rennen dabei als Großer Preis von Europa und zweimal als der Große Preis von Luxemburg ausgetragen, weil im gleichen Jahr
Hockenheim die Rechte für das Deutschland-Rennen hatte. In Nordbaden fuhr die Königsklasse bislang 33 Mal. Capricorn und seine Partner hatten im langwierigen Verkaufsprozess des Nürburgrings im März dieses Jahres den Zuschlag erhalten. Die CNG wird zum 1. Januar 2015 das operative Geschäft am Ring übernehmen.
Zuvor hatte die größtenteils landeseigene Nürburgring GmbH 2012 Insolvenz angemeldet. Die SPD hatte in ihrer Zeit der Alleinregierung rund um die traditionsreiche Rennstrecke einen zu groß geratenen Freizeitpark für rund 330 Millionen Euro bauen lassen. (dpa/lrs)