Hoffenheim feiert gegen Lieblingsgegner Gladbach ersten Heimsieg

Am Ende wurd’s noch mal knapp, aber es reichte. Hoffenheim hat den ersten Heimsieg in dieser Saison bejubelt. Dagegen kassierte Lieblingsgegner Gladbach die dritte Niederlage im dritten Auswärtsspiel.

Sinsheim (dpa/lsw) – 1899 Hoffenheim hat das Desaster von Stuttgart verdaut und gegen Lieblingsgegner Borussia Mönchengladbach den ersten Heimsieg in dieser Saison gefeiert. Angeführt vom starken U-21-Kapitän und Torschützen Kevin Volland bot die Mannschaft am Sonntag beim 2:1 (1:0) eine konzentrierte und effiziente Leistung. Nach dem Führungstor durch Anthony Modeste (45.) unmittelbar vor der Pause war Volland (54.) mit dem zweiten Treffer zur Stelle.

«Wir haben gewonnen, wir haben überragend gekämpft. Jeder hat alles aus sich rausgeholt und das hatten wir uns vorgenommen», sagte er. Für die Gladbacher, die auch im achten Pflichtspiel in Hoffenheim nicht gewinnen konnten, traf der zehn Minuten zuvor eingewechselte Branimir Hrgota (75.) vor 29 447 Zuschauern.

In der Tabelle kletterten die 1899er auf den siebten Rang. Die auswärts weiter punktlosen Gladbacher rutschten am fünften Spieltag der Fußball-Bundesliga dagegen auf den elften Rang ab. «Wir stehen mit leeren Händen da», betonte Sportdirektor Max Eberl beim TV-Sender Sky: «Und das kotzt uns an.» Trainer Lucien Favre schüttelte nach dem Match ungläubig den Kopf: «Schwer zu akzeptieren.»

Schon die ersten Minuten verliefen verheißungsvoll für die Hoffenheimer, die vor der Länderspielpause mit 2:6 beim VfB Stuttgart untergegangen waren. Nicht mal fünf Minuten waren gespielt, da fehlten nur Zentimeter zum Torjubel. Nach Vorlage von Kai Herdling, den Trainer Markus Gisdol als Ersatz für den am Knöchel verletzten Topscorer Roberto Firmino aufbot, klatschte der 20-Meter-Schuss von Volland an den linken Pfosten. Nationalkeeper Marc-Andre ter Stegen wäre machtlos gewesen.

An Chancen war’s das erstmal. Die Gastgeber waren nach zwölf Gegentoren in den ersten vier Spielen vor allem auf die Sicherung des eigenen Tores bedacht. «Gegen Gladbach kannst du nicht ins offene Messer laufen, das war unser Plan», erklärte der hochzufriedene Gisdol. Sein Team machte es so gut, dass die Gladbacher lange Zeit kein Mittel fanden. Die Gäste waren leicht überlegen, hatten 70 Prozent Ballbesitz, im Spiel nach vorn fehlten jedoch Präzision und Durchschlagskraft. Das Können eines Juan Arango oder eines Max Kruse blitzte nur ganz selten auf.

Entsprechend ereignislos plätscherte die Partie vor sich hin, bis ter Stegen den erneuten Distanzschuss von Volland (42.) parierte. Kurz danach konnte er nichts mehr ausrichten. Die Gladbacher ließen die Hoffenheimer auf deren linker Seite kombinieren, am Ende landete der von Filip Daems abgefälschte Modeste-Kopfball im Netz. «So ein Schweine-Tor ärgert dich maßlos», echauffierte sich Eberl.

Die auch im Angriff fehlende Konsequenz der ersten Hälfte wollten die Gladbacher nach dem Seitenwechsel schnell vergessen machen. Raffael (52.) zielte aber aus zwölf Metern doch nicht genau genug und scheiterte an Hoffenheims Keeper Koen Casteels. Volland machte es besser: Er ließ zwei Gladbacher aussteigen und überwand auch noch ter Stegen mit einem feinen Schuss ins lange Eck zu seinem vierten Saisontor. «Das zweite Tor war unglaublich», meinte Favre, bemängelte damit aber das viel zu lasche Defensivverhalten seiner Gladbacher Mannschaft.

Nach der schönen Einzelleistung von Hrgota mussten die Hoffenheimer noch 15 nervenaufreibende Minuten überstehen, um beim Abpfiff den ersten Heimsieg der Saison zu bejubeln. «Das war ein sehr intensives Spiel für uns», meinte 1899-Kapitän Andreas Beck.