Hoffenheim: Gegen Gladbachs „Zocker“ zurück in die Erfolgsspur?

Julian Nagelsmann schaut sich in der Fußball-Bundesliga „sehr gerne“ Mönchengladbach an. Das Team von Trainer Dieter Hecking verkörpert das, was der clevere Chefcoach von 1899 Hoffenheim so mag: „Eine Mannschaft, die einfach gut zockt.“ Ob das den Kraichgauern in die Karten spielt? Nach dem Ausrutscher in Hamburg suchen die „Nagelsmänner“ gegen die erstarkte Borussia wieder die Balance auf dem Weg nach Europa. Hoffenheim trifft dabei an diesem Samstag (15.30 Uhr/Sky) auf die zweitbeste Rückrundenmannschaft. Möglicherweise eine ähnliche Herausforderung wie die Partie gegen Spitzenreiter FC Bayern München vor zehn Tagen. Dem 1:0-Coup gegen den Rekordmeister wich allerdings bald einer Enttäuschung: Die 1:2-Niederlage beim HSV hat den Tabellendritten erst einmal aus der Euphorie gerissen.

Nagelsmann hatte daraufhin so manche SMS von Freunden erhalten, wie er erzählte. Tenor: Bayern schlagen und dann gegen den HSV verlieren – wie geht das denn? Die ironische Antwort des jüngsten Bundesliga Trainers: „Ja, sorry, ich versteh’s auch nicht. Wir sind alles solche Maschinen und verlieren gegen Hamburg, unfassbar. Wie peinlich!“ „Etwas müde“, so Nagelsmann ernsthaft, seien seine Spieler in Hamburg gewesen. Als „allerallerletztes“ würde er seiner Mannschaft ein Einstellungsproblem vorwerfen.

Am 29. Spieltag kann der 29-Jährige bis auf Flügelspieler Pavel Kaderabek (Hexenschuss) auf seinen kompletten Kader zurückgreifen. Sandro Wagner (elf Saisontreffer), der in der internen Torschützenliste mittlerweile vom kroatischen Nationalspieler Andrej Kramaric (zwölf) überholt worden ist, hatte allerdings zuletzt mit einer Sprunggelenkblessur zu kämpfen. Als Alternativen stehen Mark Uth und Adam Szalai bereit.

Auch bei Gladbach ist der Respekt vor dem nächsten Gegner groß. Die Borussia hofft auf eine schnelle Genesung des Brasilianers Raffael (Innenbanddehnung im Knie). „Bangemachen gilt nicht, wir wollen da gewinnen“, kündigte Hecking an. Zugleich warnte der Coach: „Wenn man Hoffenheim ins Spiel kommen lässt, hat man ein Problem.“

Unter Hecking habe Mönchengladbach eine sehr gute Entwicklung genommen, lobte Nagelsmann, „Sie haben viele sehr, sehr gute Fußballer in ihren Reihen.“ Hoffenheim kann allerdings auf seine Heimserie bauen – in der Sinsheimer Rhein-Neckar-Arena ist die TSG diese Spielzeit noch ungeschlagen. Im Blickpunkt wird am Samstag Nadiem Amiri stehen: Der U21-Nationalspieler soll ein Wunschkandidat der Gladbacher sein. Der Vertrag von Hoffenheims Toptalent läuft 2018 aus. Sportchef Alexander Rosen arbeitet derzeit an einer Verlängerung, damit Amiri im nächsten Jahr nicht ablösefrei gehen kann. Für die Hoffenheimer gibt es zudem ein Wiedersehen mit ihren früheren Profis Jannik Vestergaard, Tobias Strobl und Fabian Johnson. Der gebürtige Heidelberger Jonas Hofmann spielte einst in der zweiten Mannschaft der TSG. (dpa/lsw)