Kaiserlautern: Nach zwei Spieltagen schon wieder Aufstiegsträume

In Kaiserslautern blühen nach zwei Spieltagen schon wieder Aufstiegsträume. Beim 3:1-Sieg gegen Ingolstadt glänzten vor allem Alexander Ring und Neuzugang Simon Zoller.

// Kaiserslautern (dpa/lrs) – Zwei Spiele, zwei Siege: der 1. FC Kaiserslautern ist optimal in die neue Saison der 2. Fußball-Bundesliga gestartet – und hat offenbar einen neuen Torjäger in seinen Reihen. Neuzugang Simon Zoller (22) verhalf nach seinem Treffer beim 1:0 zum Auftakt in Paderborn den Pfälzern nun am Freitagabend mit zwei weiteren Toren (27. und 50. Minute) beim 3:1 gegen den FC Ingolstadt zu einem Start nach Maß. Dazu meldete sich Stamm-Stürmer Mohamadou Idrissou mit seinem ersten Saisontor (90.) zurück. So ist die Euphorie unter den Fans auf dem Betzenberg mal wieder groß.

Doch die Begeisterung ist – so die ehrliche Selbstkritik der Lauterer – wohl etwas verfrüht. Denn schon vor dem Anschlusstreffer der Ingolstädter durch Ümit Korkmaz (87.) war der FCK heftig ins Schlingern geraten. «Ich bin nicht ganz zufrieden. Wir waren zeitweise viel zu passiv, und nach unseren Toren kam eine unverständliche Lethargie ins Spiel», sagte Trainer Franco Foda. «Einige sind noch nicht in der Lage, 90 Minuten lang Powerfußball zu spielen.»

Einen verdienten Lauterer Sieg «über die vollen 90 Minuten» sah Ingolstadts Cheftrainer Marco Kurz. «40 bis 50 Minuten gut spielen, das reicht nicht aus», kritisierte der Ex-Trainer der Lauterer seine Mannschaft, die in der zweiten Halbzeit mächtig aufdrehte. Sein Assistent Michael Henke, einst ebenfalls in Diensten des FCK, machte zwei Personalien für die Niederlage aus: «Wenn wir den Sechser und den Neuner bei uns gehabt hätten, wäre es anders gelaufen.»

Der Sechser war der von Borussia Mönchengladbach ausgeliehene Finne Alexander Ring, der Neuner der Ex-Osnabrücker Zoller – zwei Neuzugänge, die auf Anhieb eingeschlagen haben. Zoller wurde im Fritz-Walter-Stadion unter riesigem Beifall nach 67 Minuten ausgewechselt, er hat nach nur 167 Spielminuten in dieser Saison die beeindruckende Ausbeute von drei Toren. «Er ist ein Schlitzohr», lobte Foda seinen Angreifer, der für vorerst vier Jahre in die Pfalz gewechselt ist, «weil ich da unbedingt hin wollte».

Der 3:1-Sieg zeigte aber auch Schwachstellen bei Kaiserslautern, dass zum Ende der vergangener Saison erst in der Relegation an 1899 Hoffenheim gescheitert war und jetzt für die Konkurrenz wieder Aufstiegsfavorit Nummer 1 ist. «Nach dem Anschlusstreffer haben wir ziemlich gewackelt. Es hätte eng werden können», urteilte Torhüter Tobias Sippel. Er bewahrte seine Mannschaft mit glänzenden Paraden vor einer durchaus möglichen Pleite. Foda sah sich dennoch in seiner Strategie bestätigt: «Wir haben sehr schnell nach vorne gespielt, unser Umschaltspiel war gut.»

Die 28 817 Zuschauer erlebten vor dem Anpfiff zudem einen Gänsehaut-Moment. Mit einer beeindruckende Choreografie unter dem Titel «Ein Idol steigt in den Himmel auf» würdigten die FCK-Fans auf der Westtribüne Ottmar Walter. Der Weltmeister von 1954, Bruder des legendären Kapitäns Fritz Walter, war am 16. Juni im Alter von 89 Jahren gestorben.

(Rolf Sperber, dpa)