Kandel: Dreyer warnt vor Instrumentalisierung von Gewalttat in Kandel

Einen Tag vor der geplanten Demonstration von Rechtspopulisten in Kandel hat die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) vor Hass und Hetze gewarnt. „Ich sehe mit Erschrecken, wie hier eine Tat für pauschalen Fremdenhass instrumentalisiert wird“, erklärte Dreyer. Sie stehe an der Seite von Bürgern aus Kandel, die sich unter dem Motto „Wir sind Kandel“ für Miteinander und gegen Hass engagierten. Die Initiative „Kandel ist überall“ will sich mit einer Demo an diesem Samstag gegen „illegale Massenmigration“ wenden. Der AfD-Bundestagabgeordnete Thomas Seitz rief zur Teilnahme auf. In Kandel war im Dezember das 15-jährige Mädchen Mia erstochen worden. Der mutmaßliche Mörder der Deutschen ist der Ex-Freund des Mädchens, ein Flüchtling aus Afghanistan. Er sitzt in Untersuchungshaft.  Das Bündnis „Wir sind Kandel“ aus Vereinen, Initiativen, Gewerkschaften, Parteien und Kirchengemeinden plant eine Gegendemonstration und wendet sich gegen Rechtsextremismus. Die Polizei rechnet mit insgesamt 2500 Teilnehmern, es gebe vier Anmeldungen für verschiedene Kundgebungen. Hunderte Polizisten sollen eingesetzt werden. Der rheinland-pfälzische Grünen-Vorsitzende Josef Winkler erklärte sich am Freitag solidarisch mit dem Bürgerbündnis „Wir sind Kandel“. Er begrüße, dass viele Kandeler sich dagegen wehrten, dass ihr Ort als Bühne für rechtsextreme Propaganda, Hetze gegen Migranten und Bedrohungen gegen Aktive in der Flüchtlingsarbeit missbraucht werde. (lrs/mj)